Maikammer
„Aschmunadai“, „Treasure Island“, „Mai5ive“ – eine Band mit vielen Namen wird 40
Der 21. August 1981 ist ein denkwürdiger Tag für Matthias Groél und Werner Straub aus Maikammer. Nicht weil an diesem Freitag Hamburg zum Sitz des geplanten Internationalen Seerechtsgerichtshofs gewählt und damit zur ersten deutschen Stadt mit UN-Institution wurde. Das dürfte den beiden Freunden eher entgangen sein. Vielmehr waren die damals knapp 18-Jährigen voll auf das konzentriert, was am Abend im Edenkobener Club „Aladin“ auf sie zukommen würde: Sänger/Gitarrist Groél und Schlagzeuger Straub hatten nämlich damals vor kurzem zusammen mit den Gitarristen Klaus und Rainer Ullrich und dem Bassisten Michael Krieger eine eigene Band unter der Firmierung „Aschmunadai“ gegründet und sollten nun ihren ersten Auftritt in der zu jener Zeit sehr angesagten Diskothek absolvieren.
Die Band setzt anfangs ganz auf eigene Songs
„Unseren Namen hatten wir ,Atlantis’ Agony’, einem Song der Hannoveraner Progressive-Rocker ,Eloy’ entliehen, weil er einerseits gut klang und andererseits die innovative musikalische Ausrichtung, mit der wir an den Start gehen wollten, am besten verkörperte“, so Matthias Groél im Gespräch. Im Gegensatz zu vielen anderen Kapellen aus der Region hatten „Aschmunadai“ nämlich ausschließlich eigene Songs im Programm. Was wohl die wenigsten Diskobesucher erwartet hatten, geschah: Die bis dato völlig unbekannten Lieder der neuen Gruppe überzeugten. „Die Stimmung im Saal war prächtig, der Fortbestand unserer Formation und weitere Engagements dadurch bis fürs erste gesichert“, erinnert sich Groél zurück.
In der folgenden Zeit erspielten sich „Aschmunadai“ einen guten Ruf und waren überall in der Gegend gern gesehener Gast auf zahlreichen Feten und Veranstaltungen. Dann aber kamen die berühmten „privaten und beruflichen Gründe“ ins Spiel, die schon vielen anderen hoffnungsvollen Newcomerbands das vorzeitige Aus gebracht haben. Straub und Groél wollten jedoch ihre gerade so gut angelaufene musikalische Nebenher-Karriere nicht gleich wieder vollkommen beenden und legten „Aschmunadai“ deshalb nur vorläufig auf Eis.
Um die Jahrtausendwende kommt es zum Comeback
Um die Jahrtausendwende war es dann tatsächlich erneut so weit. Straub hatte durch Zufall einen singenden Engländer namens Roger Hotley kennengelernt, der sogar schon eine CD unter eigenem Namen veröffentlicht hatte. „Ich war inzwischen nach Haßloch umgezogen, aber ein Anruf bei mir genügte, um die Reunion von ,Aschmunadai’ mit Hotley als neuem Sänger einzuleiten“, lacht Groél. Rainer Ullrich und Michael Krieger waren ebenfalls gerne bereit wieder an die alten Tage anzuknüpfen. Allerdings sollte es doch Unterschiede zu vorher geben. Stilistisch ging es von nun an mehr in Richtung Poprock. Um die geänderte Richtung auch äußerlich deutlich zu machen tauschte man auch gleich noch den Namen der neuen Combo in „Treasure Island“. Auf der Spielliste standen jetzt vorwiegend Coversongs, eigene Stücke wurden seltener, waren aber, hauptsächlich von Groél geschrieben, nach wie vor im Repertoire.
Einige dieser Songs werden heute noch gerne live gespielt. Roger Hotley allerdings verließ die Band bereits nach einem Jahr wieder. Den Gesang übernahm von da an Matthias Groél alleine. So wurde das bis 2010 beibehalten. Dann aber wollten „Treasure Island“ ihr Spektrum erneut verändern und fanden in Claudia Bast eine perfekte Ergänzung. Mit der Stimme der Sängerin aus Rheinzabern, die heute in Maikammer lebt, war es von nun an möglich, auch Lieder ins Programm aufzunehmen, die im Original von Frauen gesungen werden. Auch der Harmonigesang profitierte von Basts Einstieg.
Vor sechs Jahren wird aus „Treasure Island“ „Mai5ive“
15 Jahre lang waren „Treasure Island“ in der Szene aktiv, nahmen in der Zeit die beiden CDs „Second Nature“ und „Coming Out“ auf, und produzierten ein Video zu ihrer selbstgeschriebenen Nummer „You“. 2015 kam es dann allerdings zu einem erneutem Break, an dem wiederum berufliche und private Gründe schuld waren. Diese Unterbrechung dauerte allerdings nicht lange. Ullrich und Krieger stiegen zwar vollends aus der Band aus, Groél, Straub und Bast machten aber schon kurze Zeit darauf, jetzt zusammen mit dem Keyboarder Frank Süß aus Hambach und dem Bassisten Manuel Osojnik aus Edenkoben, nach einer erneuten Namensänderung als „Mai5ive“ weiter.
Als fester Techniker gehört inzwischen auch Kevin Kirst zum direkten Umfeld der Band, deren Kern in wenigen Wochen sein 40-jähriges Bestehen feiern darf. „Unser Repertoire setzt sich inzwischen, neben Eigenkompositionen, aus Titeln zusammen, die unterschiedlicher kaum sein können. Ein Konzert von ,Mai5ive’ bietet ,Carpet Crawlers’ von ,Genesis’ genauso wie Joshs ,Cordula Grün’ oder Amy MacDonalds ,Mr. Rock’n’Roll’“, erzählt Groél. Natürlich machen es die Auswirkungen der Corona-Pandemie derzeit auch „Mai5ive“ schwer, Auftrittsmöglichkeiten zu finden. Wer das Quintett, das bei Bedarf auch seine eigene Licht- und Tonanlage mitbringt, buchen möchte, kann über die Mailadresse matthiasgroel@web.de Kontakt aufnehmen. Zusätzliche Infos über „Mai5ive“ gibt es auf ihrer gleichnamigen Facebook-Seite.