Neustadt Asche, Rinde, Schwemmholz

Wachenheim. Raumgreifende Bilder und Skulpturen brauchen Platz. Der in Dürkheim lebende Künstler Atyanand Hotz suchte nach einem geeigneten Atelier und wurde in Wachenheim fündig. Im Wirtschaftsgebäude des Dalberger Hofs kann man ihn und seine Arbeiten jetzt finden.
Der in Heidelberg geborene Künstler gehört zu den eher „Unangepassten“ des Kunstbetriebs und hat im Laufe seiner 38 Jahre dauernden künstlerischen Entwicklung einen eigenwilligen Stil entwickelt, der durch seine Aufenthalte in der Sahara und Indien geprägt ist. Hotz hat „Atyanand“ in seinen Namen aufgenommen, ein Begriff aus dem Sanskrit, den er von seinen Meditationsreisen in Indien mitgebracht hat. Er setzt sich in seinen Arbeiten mit „Werden und Vergehen als Wandel des Lebens“ auseinander. Deshalb verwendet er häufig Naturmaterialien für seine Werke wie getrocknete Stücke der Herkulesstaude, einer toxischen Pflanze, die aus dem Kaukasus stammt und inzwischen in ganz Mitteleuropa verbreitet ist. Hotz hat sie auch in seinem Bilderzyklus „New Colour“ eingesetzt, dessen sanfte blau-grüne Farben ein neues Sein symbolisieren und die Phantasie des Betrachters anregen sollen. Wasser ist ein faszinierendes Medium. Der Künstler hat dazu ein großformatiges Bild in überwiegend blauen Farbtönen geschaffen, ebenso eine Collage einer bunten Unterwasserwelt mit vielen kleinen Fischplastiken, bedeckt mit einer gecrashten Klarsichtfolie. Direkt darunter hängt ein Wandobjekt mit dem Titel „Fisch in Dosen“: Geometrisch angeordnet und netzartig verwoben enthalten offene halbierte Metalldosen je ein Fischlein. Der Bezug zur Natur ist für den Künstler wichtig: „Ich verwende Sachen, die unbeachtet liegenbleiben, Asche, Rinde, Schwemmholz, Steine. Ich will das, was von der Natur gegeben ist, weiterdenken“. So bringt er seine Meditationserfahrung in seine Werke ein. Ein Beispiel dafür ist die Dreierreihe der Erd-Bilder, in denen er die natürliche weiße Linie eines zentralen Steins fortsetzt und als Hintergrund blau, rot und braun gefärbte Erden verwendet. Sand und Erde finden sich auch in einer Reihe von hochformatigen Bildern, die naturnah gestaltet sind. Das Atelier ist vor allem auch Werkstatt. Hier schweißt er an seinen Stahlplastiken und setzt Skulpturen wie „Broken Building“ zusammen. Stahl und Beton aus einem Abbruchhaus hat er zu einem neuen Hochhaus arrangiert und mit elf Kerzenhaltern versehen, als Symbol für sich freisetzende Energie. Bei seiner Arbeit lässt er sich auch gerne über die Schulter schauen.