Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Andreas Rummel zum Dekan gewählt

Andreas Rummel wurde mit 49 von 84 Stimmen zum Dekan gewählt.
Andreas Rummel wurde mit 49 von 84 Stimmen zum Dekan gewählt.

Die Bezirkssynode Neustadt hat entschieden: Andreas Rummel soll 2021 der Nachfolger des protestantischen Dekans Armin Jung werden. Der 54-Jährige will die Digitalisierung vorantreiben und die Kirchengemeinden im Tal mehr einbinden. Aber nicht als Einzelkämpfer.

Fast scheint es so, als müsse man Bezüge zur Westpfalz und zu Haßloch haben, um Dekan im Kirchenbezirk Neustadt zu werden. Andreas Rummel, der am Samstag bei der Bezirkssynode Neustadt mit 49 von 84 Stimmen zum neuen Dekan gewählt wurde, ist in Haßloch aufgewachsen und war 18 Jahre lang Pfarrer im westpfälzischen Miesau. Dekan Armin Jung, noch bis September 2021 im Amt, kommt aus der Westpfalz, war Pfarrer in Haßloch und wohnt dort.

Bezüge zur Westpfalz und zu Haßloch hat auch Friedrich Schmidt-Roscher, der sich ebenfalls um das Amt beworben hatte. Bei der von Gernot Kramer geleiteten Bezirkssynode in der Martin-Luther-Kirche in Neustadt bekam er 32 Stimmen. Drei Mitglieder der Synode enthielten sich der Stimme.

Entscheidung nicht leicht gefallen

Zwei hervorragende Kandidaten stünden zur Wahl, es sei nicht leicht gewesen, sich zu entscheiden – darüber waren sich die Vertreter des Synodalausschusses, des erweiterten Bezirkskirchenrats und des Presbyteriums der Stiftskirchengemeinde, vor der Wahl einig. Ebenso einig waren sich die Gremien darin, sich für Rummel auszusprechen. Das Presbyterium ist einbezogen, weil der für zehn Jahre gewählte Dekan auch Pfarrer der Stiftskirchengemeinde ist.

Beide Bewerber betonten bei ihrer Vorstellung ihre Verbindung zum Kirchenbezirk. Schmidt-Roscher, der seit 13 Jahren Pfarrer in Haßloch ist, verwies auf die Vorteile, die es habe, wenn der Dekan den Kirchenbezirk gut kennt. Der 54-jährige Rummel nahm die Teilnehmer der Synode mit auf seinen Lebensweg, der in Neustadt und Haßloch begonnen hat. Dort habe er über den Schul- und den Kirchenchor zur Kirchenmusik gefunden. Die sei ein wichtiger Meilenstein auf seinem Weg in die Kirche gewesen. Und durch sie werde die Kirche positiv erlebt. Auch auf seine frühe Verbindung zum Verwaltungsamt des Dekanats verwies Rummel. Hier habe er nach dem Abitur den damals als Alternative zur Bundeswehr obligatorischen Zivildienst absolviert.

Pfarrstelle mit Frau geteilt

Der frühere Dekan Wilhelm Welker sei es gewesen, der ihn ermutigt habe, 1987 mit dem Theologie-Studium zu beginnen, berichtete Rummel, der seit 2014 persönlicher Referent von Kirchenpräsident Christian Schad und seit Juni auch kommissarischer Sprecher der Landeskirche der Pfalz in Speyer ist. Bis 2014 teilte sich der Vater von drei Kindern 18 Jahre lang die Pfarrstelle im westpfälzischen Miesau mit seiner Frau.

„Fundraising“, also Spendensammeln, nannte Rummel als eine seiner Qualifikationen. Das sei weitaus mehr als Geldsammeln, sondern es gehöre unter anderem auch Kommunikation dazu. Fundraising sei wichtig, um die Gebäude der Kirchengemeinden zu erhalten und energetische Sanierungen zu ermöglichen. Rummel sprach sich für eine verstärkte Nutzung digitaler Möglichkeiten aus und dafür, die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen oder Senioren stärker auf deren Bedürfnisse auszurichten.

Tal-Kirchengemeinden stärker einbeziehen

Im Dekanat wolle er „eine Erneuerung angehen“, kündigte Rummel an. Nicht als Einzelkämpfer, sondern mit einem „mutiprofessionellen Team“. Ein Anliegen sei es ihm, die Kirchengemeinden im Tal stärker in den Kirchenbezirk einzubinden. Nach sechs Jahren Arbeit in der Landeskirche wolle er wieder „näher an die Gemeinden und mit den Menschen vor Ort gestalten“, nannte Rummel im Gespräch mit der RHEINPFALZ als Motiv für seine Bewerbung. Mit Schmidt-Roscher habe er einen starken Mitbewerber gehabt. „Ich war mir nicht sicher, ob sie den Mann aus Speyer wollen“, sagte der designierte Dekan.

x