Neustadt AfD kritisiert Stadt für „Bildungspolitik“

Einige Neustadter Schüler haben zuletzt die erste Klasse wiederholt.
Einige Neustadter Schüler haben zuletzt die erste Klasse wiederholt.

Die Stadt wisse zu wenig über die Zusammensetzung der Schulklassen, kritisiert die AfD-Fraktion im Stadtrat.

In Neustadt haben zuletzt überdurchschnittlich viele Schüler die erste Klasse wiederholt. Wie berichtet, lag die Wiederholerquote 2024 bei 7,9 Prozent – deutlich mehr als im Jahr davor und über dem landesweiten Durchschnitt von 3,8 Prozent. Besonders die Heinz-Sielmann-Schule war mit einer Quote von 26 Prozent betroffen. Deren Rektorin Ruth Raach nannte als einen Grund fehlende Deutschkenntnisse der Schülerinnen und Schüler.

Auch für die Neustadter AfD ist klar, dass Sprachdefizite eine der Hauptursachen für steigende Wiederholerquoten sind. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor. Die AfD-Stadtratsfraktion hatte bereits vor dem Bekanntwerden der Zahlen einen Fragenkatalog an die Stadt gerichtet. Darin wurde etwa gefragt, wie viele Kinder in den Schulen keine deutschen Muttersprachler sind, wie viele Kinder Sprachförderbedarf hätten und ob es Klassen gebe, in denen deutsche Kinder die Minderheit bilden. Die Verwaltung antwortete darauf, dass ihr die meisten von der AfD erfragten Daten nicht vorliegen, sondern von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier erhoben werden.

„Im Blindflug“

Für die AfD ist das der „eigentliche Skandal“, wie es in der vom Fraktionsvorsitzenden Martin Rössler verschickten Mitteilung heißt. Weil die Stadt diese Daten nicht abfrage, steuere sie ihre Bildungspolitik „im Blindflug“. „Ein Schulträger, der nicht weiß, wie hoch der Anteil nichtdeutschsprachiger Kinder in seinen Klassen ist, kann keine seriösen Entscheidungen treffen“, so die AfD.

Unter Bezug auf die Antwort der Stadt kritisiert die AfD zudem, dass die städtischen Sprachförderkurse in Kitas von acht auf fünf reduziert wurden. Zwar werde auch der Verein Bildung und Integration mit 14.000 Euro jährlich unterstützt, „doch solche punktuellen Angebote können nicht darüber hinwegtäuschen, dass es an einer systematischen Gesamtstrategie fehlt“, so Rössler.

Die Stadt weist wiederum darauf hin, dass das Land Rheinland-Pfalz im Juli 2021 mit der Umsetzung des neuen Kita-Gesetzes die externe Sprachförderung in den Einrichtungen in eine alltagsintegrierte Sprachförderung umgewandelt hat. Jede Kita soll seither eine oder einen Sprachbeauftragten haben, damit dieses Thema im Team präsent bleibt. Neustadt habe sich dennoch dafür entschieden, das „gut funktionierende System der externen Sprachförderung vorerst weiterhin aufrechtzuerhalten“. Das Budget hierfür reduziert sich allerdings jährlich. Dass nur noch fünf statt acht Kurse angeboten würden, hänge aber auch mit dem Weggang von Sprachförderkräften zusammen.

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