Neustadt 40 persönliche Integrationsassistenten

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Meckenheim. Sie bringt den Musikern des Blasorchesters Meckenheim die Flötentöne bei. Die unterstützen sie dafür dabei, Deutsch und Pfälzisch zu lernen: Die junge spanische Flötistin Isabel González Villar, die die Blaskapelle seit 2014 leitet, konnte für sich gleich mehrere Träume verwirklichen, selbst Musik zu machen, ihr Wissen im Unterricht weiterzugeben – und immer noch dazuzulernen.

Als die Spanierin mit elf Jahren ihren ersten Querflötenunterricht erhielt, dachte sie noch nicht an ein Musikstudium. „Mein Traum war immer, Lehrerin zu sein“, sagt sie, auch als sie in der Mittelstufe des Gymnasiums begann, sich mit Musik zu beschäftigen. „Ich probier’s mal mit dem Bachelor“, habe sie sich damals gedacht, erzählt sie. Parallel zum Musikstudium an der „Musikene“, der Musikhochschule des Baskenlandes, absolvierte sie daher an der UPNA, der Staatlichen Universität Navarras in ihrer Heimatstadt Pamplona, ein Lehramtsstudium. Ihr Musikstudium mit Hauptfach Querflöte schloss sie 2012 mit großem Erfolg ab. Dann sollte es mit dem Master weitergehen. Doch das gehe in Spanien nicht, erzählt die 27-Jährige. Gerade mal eine gute Woche hatte sie den „Bachelor of Arts“ dann in der Tasche – sie spielte damals in einem Orchester in Madrid –, als sie „eine kleine Spielpause“ nutzte und sich „mit einem großen Rucksack“ in Deutschland auf die Suche nach einem Studienplatz für den „Master of Music“ begab. Zehn Tage lotete sie ihre Möglichkeiten in Berlin aus, in Köln und München, in Karlsruhe und an der Musikhochschule Mannheim. Schnell war ihr klar: „Mannheim hat mir am besten gefallen.“ Einfach sei es nicht gewesen, dort einen Master-Studienplatz für Querflöte zu bekommen, sagt sie. Sie war eine von über 100 Kandidaten. Doch sie hat es geschafft und begann ihr Studium mit Hauptfach Querflöte bei Joachim Schmitz. Abgeschlossen hat sie es im Januar 2015 – mit Auszeichnung. Das Studium in Deutschland hielt eine weitere Herausforderung für sie bereit: „Ich musste Deutsch lernen.“ Glücklicherweise lebte sie in einem Wohnheim, in dem fast nur Deutsch gesprochen wurde, sie lernte viel im Internet und hat seit November 2014 gleich eine ganze Reihe persönlicher Assistenten. Seit dieser Zeit leitet sie das Blasorchester Meckenheim, und dessen rund 40 Mitglieder bemühen sich nicht nur darum, dass sie ihr schon sehr gutes Deutsch weiter verbessert, sie bringen ihr auch „ganz wichtige pfälzische Begriffe“ bei wie „Weck, Worscht un Woi“. Inzwischen spielt Isabel González Villar auch als Solistin in einer Reihe von Ensembles und mit verschiedenen Orchestern, doch „Meckenheim ist mein zweites Zuhause“, sagt sie. Und auch ihren Traum als Lehrerin konnte sie verwirklichen. Seit 2013 unterrichtet sie an der Pfälzischen Musikschule junge Leute in Carlsberg bei Grünstadt und Kleinkarlbach, an der Mannheimer Abendakademie bietet sie das Gleiche für Erwachsene, wobei der Unterricht auf Wunsch auch in spanischer Sprache stattfindet. Am Unterrichten hängt ihr Herz. Doch auch das Lernen ist für sie noch nicht zu Ende: „Mit Flöte bin ich fertig, jetzt studiere ich Blasorchesterleitung.“ Das Schöne daran: „Ich kann in Meckenheim alles, was ich lerne, gleich ausprobieren.“ Und sie zeigt sich überaus überzeugt von dem Potenzial ihrer Bläsertruppe: „Wir können noch mehr.“ Geplant hat die junge Flötistin auch ein Jugendblasorchester. Dieses Projekt soll schon im April gemeinsam mit der Grundschule Meckenheim beginnen. Sie möchte komponieren lernen und ihre Fähigkeiten im Arrangieren von Musik weiter ausbauen. Das ist unter anderem wichtig für das „Duo Almira“, das sie 2015 in Mannheim mit der jungen Fagottistin Paula Jiménez gegründet hat. Beide Musikerinnen sind Stipendiatinnen von Yehudi Menuhins Organisation „Live Musik Now“. Als „Duo Almira plus“ konzertieren sie aber auch mit anderen ungewöhnlichen Instrumenten. Zu Jahresbeginn hatten sie für ein Konzert in Meckenheim den australischen Marimba-Spieler Robert Oetomo mit ins Boot geholt, geplant ist nun auch ein Trio mit Harfe. Zunächst aber will das Duo auf Konzertreise gehen: unter anderem in die spanische Heimat, nach Barcelona und Madrid.

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