Haßloch
25 Jahre Wolfer & Leibfried: Haßloch tanzt zum Jubiläum
Vor 25 Jahren eröffnete die Tanzschule von Claus Wolfer und Beatrix Leibfried in Haßloch. Ein logischer Schritt, denn die Leidenschaft zum Tanzen begleitete sie schon lange. Die beiden kennen sich bereits aus Schulzeiten, genauer gesagt seit 1978, als sie gemeinsam im Religionsunterricht saßen. In der Tanzschule trafen sie sich wieder.
Was mit purer Freude am Tanzen begann, führte Claus Wolfer und Beatrix Leibfried schnell in den internationalen Leistungssport. Mit 18 Jahren begannen sie mit dem Turniertanz. Stolz sind sie auf ihre am längsten bestehende Tanzpartnerschaft. Ihre Erfolge und Titel sind beeindruckend, unter anderem sind sie dreifache deutsche Meister (Latein) und Vizeweltmeister (Swing).
Nebenher absolvierte Wolfer ein Lehramtsstudium, Leibfried studierte Pädagogik, und beide schlossen eine Tanzlehrerausbildung an. Sie verbanden ihre akademischen Berufe mit dem Tanzsport und konnten so ihre Passion an ihre Schüler weitergeben. Warum der Leistungssport ihnen letztlich nicht genügte, erklärt Wolfer: „Wir wollten nicht immer aus dem Koffer leben.“ Das sei eine Zeit lang toll, aber nicht auf Dauer.
Paartanz zunächst im Vordergrund
Zunächst stand der Paartanz in ihrer Schule im Vordergrund. „Dass Männer und Frauen zusammen tanzen, die Musik und die Bewegung dazu erlernen und Freude daran entwickeln, war unser oberstes Ziel. Das war in allen Tanzschulen in unseren Anfängen gleich“, erzählt Beatrix Leibfried. Kindertanz spielte zunächst eine untergeordnete Rolle.
Heute haben sich das Publikum und der Anspruch gewandelt. Leibfried ist für den Kinder- und Jugendbereich zuständig. Sie erzählt, dass zurzeit rund 300 Kinder in unterschiedlichen Gruppen ihre Tanzschule besuchen. Sie erklärt dies mit der individuellen Betreuung der Kinder. „Ich kenne alle Kinder mit Namen, weiß über die Familien Bescheid, auf welche Schulen sie gehen und wie sie zu nehmen sind. Das führt dazu, dass Eltern Rat bei mir suchen, der die reine Tanzebene verlässt“, sagt sie. Dann sei die Pädagogin in ihr gefragt. Inklusion ist ein weiteres wichtiges Thema, denn schließlich werden alle Kinder und Jugendliche in den Kursen nach ihrem Können eingebunden.
Den klassischen Tanzunterricht gibt es noch, er hat aber zugunsten anderer Tanzstile wie Linedance oder Hip-Hop ein wenig an Bedeutung verloren. Individuelle Choreographien, wie sie zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten eingeübt werden, seien populär, weiß Wolfer.
Immer weniger junge Männer in der Tanzschule
Die Freude an der Arbeit mit Laien sei geblieben, sagt er, denn im Turnierbereich zu arbeiten, gestalte sich häufig schwierig. Den Breitensport mit Hobbytänzern und auch „Sonntagstänzern“ finden die beiden Inhaber und das Team aus drei Tanzlehrern befriedigender und entspannter. Die Nachfrage nach individueller Betreuung der Tanzschüler steige, sagt Leibfried. Die Kursbereitschaft nehme hingegen ab. „Sich für eine gewisse Zeit zu verpflichten und regelmäßig zuverlässig zum Unterricht zu kommen, ist nicht mehr so selbstverständlich wie vor ein paar Jahren noch“, sagt sie. Darauf müsse man reagieren.
Zudem kämen immer weniger junge männliche Tänzer in die Tanzschule. „Das war früher anders. Wir hatten so viele männliche Kursteilnehmer, dass wir sie sogar an andere Tanzschulen ausleihen konnten“, so Wolfer. Doch auch an dieser Stelle hat sich die Zeit gewandelt. „Heute bekomme ich Anfragen von Eltern, ob ihre Tochter überhaupt einen männlichen Tanzpartner benötige“, erzählt Leibfried. Für sie ist dies keinerlei Problem, doch sie erinnert sich, dass es früher eher einem Drama glich, wenn nicht jeder einen Tanzpartner fand. Auch die Eleganz nehme ab, was beide bedauern. Heute sei es lässiger, legerer, nicht nur im Training sondern auch bei den Bällen und Veranstaltungen, erzählen sie.
Jedes Jahr bringen Wolfer und Leibfried Tanz-Höhepunkte mit Galas, Bällen und Aktionen im Dorf, mit aufwendigen Choreographien, schönen Kostümen und kreativen Bühnenbildern aufs Parkett. „Sie dienen als Anreiz und Zielpunkte“, sagt Leibfried. Besonders bei den jungen Schülern sei es gut, Ziele zu setzen. „Wir arbeiten mit Spaß und nicht mit Leistungsdruck.“
Jubiläum wird ganztägig gefeiert
Am Samstag, 22. Juni, ist der Saalbau auf Tanz eingestellt. Dort feiern Claus Wolfer und Beatrix Leibfried das 25-jährige Bestehen der Tanzschule. Die Veranstaltung, die sich über den ganzen Tag erstreckt, ist dreigeteilt. Gestartet wird mit den Kinder- und Jugendgruppen im Alter von drei bis 16 Jahren. Unter dem Titel „Haßloch tanzt“ gestalten rund 300 junge Tanzschüler zusammen mit der Ballettschule Hagenaars, dem Haßlocher Carneval-Verein und der Volkstanzgruppe Newelhaube von 11 bis 12.30 Uhr das Programm. Von 14 bis 15 Uhr lädt ein Workshop vorrangig fortgeschrittene Paare ein, ihre Rumba-Kenntnisse zu vertiefen, und die Let’s-Dance-Gewinner 2023, Malika Dzumaev und Zsolt Sándor, kennenzulernen. Der Jubiläums-Galaball beginnt um 20 Uhr, Einlass ist um 19 Uhr. Dabei sind die Tanz- und Showband Martin Stark & Friends, die Showformation TSC Royal Rülzheim sowie die „Let’s-Dance“-Stars Malika & Zsolt.
Eintrittskarten
Die Karten können per Mail (mail@wolfer-leibfried.de) oder telefonisch unter 06324 820420 bestellt werden. Weitere Informationen findet man online unter www.wolfer-leibfried.de/events-gesamt/.