Am Rande der Bande RHEINPFALZ Plus Artikel 100 Jahre Handball in Meckenheim und viele kleine Autogrammjäger

Die Zweitliga-Handballer der Eulen Ludwigshafen, Pascal Durak (vor dem linken Torpfosten) und Tom Bergner (vor dem rechten Pfost
Die Zweitliga-Handballer der Eulen Ludwigshafen, Pascal Durak (vor dem linken Torpfosten) und Tom Bergner (vor dem rechten Pfosten) mit einigen Autogrammjägern in der Meckenheimer Sporthalle.

Wer hätte das geahnt? Zwei Spieler des Zweitligisten Eulen Ludwigshafen sorgen für eine lange Schlange in der Meckenheimer Sporthalle. Dort feiert der SV Meckenheim „100 Jahre Handball in Meckenheim“.

„Luis, soll ich Dir mal die beiden Eulen-Spieler zeigen? Sie sind schon da.“ Zwei kleine Buben gehen aufgeregt die Treppe hoch auf die Galerie in der Meckenheimer Verbandsgemeinde-Sporthalle. Dort hat der Sportverein zuvor engagierte wie langjährige Mitglieder bei ein paar Gläsern Sekt und einigen Canapés geehrt. Der Verein feiert 100 Jahre Handball in Meckenheim. Unten vor dem Eingang brutzeln ehrenamtliche Helfer 120 Schnitzel, 120 Bratwürstchen und backen 50 Kilo Pommes. Am Kuchenbuffet im Halleneingang servieren die Meckenheimer neben diversen Kuchen auch noch Käsebrötchen „für die, die kein Fleisch mögen“, so Wildt. Rund 30 Helfer sind im Einsatz. Die Einnahmen, so Wildt, gingen alle in die Handball-Abteilung, „damit wir mal wieder atmen und ein paar Sachen anschaffen können“.

Und jetzt setzen sich oben auf der Galerie die beiden Zweitliga-Handballer der Eulen Ludwigshafen, Pascal Durak und Tom Bergner, hin, ausgerüstet mit vielen Stiften. Sie kommen zur Autogrammstunde.

Autogramme sogar auf Schuhe

Die kleinen Autogrammjäger stellen sich brav in einer Schlange auf und warten, bis es endlich losgeht. Die Handballer brauchen die vielen Stifte tatsächlich. Denn die Anzahl der Signaturen, die sie auf T-Shirts, Trikots, Autogrammkarten, Bällen und sogar Schuhen schreiben, ist ziemlich groß. Für die beiden Eulen sogar überraschend groß. „Wir waren schon in Autogrammstunden, zu denen nur drei, vier Leute gekommen sind“, verrät Horst Konzok, Pressesprecher des Zweitligisten.

„Horst hat uns vorher aber schon gesagt, dass das hier ein handballverrücktes Dorf ist“, verrät Durak, der dienstälteste Spieler der Ludwigshafener. Er habe in seinen neun Jahren bei den Eulen schon öfter mal an solchen Aktionen teilgenommen, „aber so viele wie hier waren’s noch nie“, sagt der 31-jährige Rechtsaußen und lacht. „Aber es ist schön. Es macht Spaß.“ Er und sein Teamkollege schreiben nicht nur Autogramme, sondern lachen auch geduldig für unzählige Fotos in die Kameras.

Eulen sozial engagiert

Durak und Bergner hätten sich für den Termin in Meckenheim freiwillig gemeldet, erzählt derweil Horst Konzok. „Aber wir achten aber schon darauf, dass nicht immer die gleichen Spieler kommen.“ Zumal die Eulen nicht nur Autogramme geben, sondern sich auch sozial engagieren.

Horst Konzok erzählt von einer Partnerschaft mit der Polizei: „Die Spieler sind schon in ein Altenheim gegangen und haben dort vor dem Enkeltrick gewarnt.“ Einen Familientag habe es gerade erst gegeben, ein Tag der Vielfalt sei von den Eulen organisiert worden. Zudem biete der Verein Ein-Euro-Spiele an. „Da kann man für einen Euro ein Zweitligaspiel anschauen“, erzählt der Pressesprecher. Er schätzt, dass jetzt in Meckenheim jeder Spieler „an die 100 Autogrammkarten“ zur Verfügung gehabt habe. Aber schon nach einer halben Stunde fragt Tom Bergner, ebenfalls verblüfft vom Andrang der Autogrammjäger: „Haben wir noch Karten?“

Geheimnis, wer vorbeikommt

Weil an jenem Tag je drei E- und D-Jugend-Mannschaften in der Sporthalle ein Turnier austragen, kommt für den Meckenheimer Handball-Abteilungsleiter Christian Hemmer das Schlangestehen für ein Autogramm nicht ganz so überraschend: „Wir haben sogar mit mehr gerechnet“, gesteht er. Die Kinder hätten bis zum Eintreffen von Bergner und Durak nicht gewusst, wer vorbeikomme. Und Holger Wild, für die Öffentlichkeitsarbeit im SV Meckenheim zuständig, stellt fest: „Ich habe so das Gefühl, dass den Eulen das hier auch Spaß gemacht hat.“

Bevor Tom Bergner (hinten links) und Pascal Durak sich zur Autogrammstunde hinsetzen, stellen sich schon die ersten Autogrammjäg
Bevor Tom Bergner (hinten links) und Pascal Durak sich zur Autogrammstunde hinsetzen, stellen sich schon die ersten Autogrammjäger an.
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