Neustadt Ärger mit dem Harz

HASSLOCH. Haßloch gegen Mundenheim: Vorhang auf zum zweiten Akt. Nach dem wichtigen Sieg in der Oberliga-Meisterschaftsrunde müssen die Handballer der TSG Haßloch sieben Tage später gegen den gleichen Gegner antreten. Diesmal im Viertelfinale des Handball-Pfalzpokals. Und unter anderen Vorzeichen. Gespielt wird heute um 17 Uhr nicht im TSG-Sportzentrum, sondern in der Pfalzhalle – ohne Harz, was das Heimspiel gegen die Vereinigten Turnvereine aus Ludwigshafen zum Auswärtsspiel machen könnte.
Denn anders als die TSG ist es der Ludwigshafener Vorstadtclub gewohnt, seine Heimspiele und das eine oder andere Auswärtsspiel ohne Harz an den Händen auszutragen. TSG-Trainer Ralf Schmitt ist hingegen ein Verfechter des Haftmittels, „ohne das man keinen Handball spielen kann“. Kein Wunder, dass bei den TSG-Heimspielen so viel Harz am Ball klebt wie nur irgend möglich. Bei Spielen im Pfälzischen Handballverband (PfHV) ist Harz grundsätzlich verboten – also auch im Pfalzpokal. Josef Lerch, der verantwortliche Verbandsfunktionär, hat keinerlei Verständnis für Versuche, dieses Verbot zu umgehen. Dies habe die TSG im Vorjahr im Final-Four gegen den TV Hochdorf versucht, als sich beide Mannschaften offenbar einig darüber waren, trotz des Verbots Harz zu verwenden. Es seien Wasserflaschen gereicht worden, an denen der Klebstoff hing, berichtet Lerch. Und verhängte Strafen. Schmitt droht schon jetzt: „Wir werden uns überlegen, ob wir im nächsten Jahr unter diesen Voraussetzungen noch mal im Pokal antreten.“ Das wäre natürlich ein Verlust für den Wettbewerb, der seinen derzeitigen Titelverteidiger und einen Zuschauermagneten verlieren würde, doch Lerch macht klar: „Es geht nicht anders. Die meisten Hallen sind Schulturnhallen, in denen Harzverbot gilt. Es geht hier um Chancengleichheit.“ Schmitt will die Partie heute in der Pfalzhalle, in der ohnehin grundsätzliches Harzverbot gilt, dennoch ernst nehmen und unbedingt gewinnen. Er kann wieder auf Sebastian Schubert bauen und hat zudem alle Spieler der erfolgreichen Formation der Vorwoche auf dem Parkett. Nachdem das Ligaspiel „nicht allzu ruppig“ verlaufen sei, hofft Schmitt auch im Pokal auf Fairness. „Ich bin mir sicher, dass weder Mundenheim noch wir Verletzungen im Pokalspiel riskieren wollen“, verdeutlicht der Trainer. Mit seiner Abwehr war Schmitt in der vergangenen Woche sehr zufrieden, mit dem Angriff weniger: „Wir hatten gerade zu Beginn zu viele Fehlwürfe und haben Marcus Forler regelrecht warmgeschossen.“ Dennoch überlegt der erfolgreiche Trainer, seine Mannschaft auch in der Defensive taktisch anders auszurichten. „Wir haben die meisten Tore über den Kreis bekommen, oder Marcel Deege ist auf der rechten Seite durchgebrochen. Vielleicht decken wir etwas defensiver“, überlegt Schmitt. Zur Rivalität der beiden Clubs sagt er folgendes: „Patrick Horlacher lügt, wenn er sagt, da sei keine Rivalität. Er gewinnt gegen keine andere Mannschaft lieber als gegen uns.“ Aber er lobt den Mundenheimer Trainer: „Er leistet dort eine super Arbeit und wird am Ende wohl Dritter in der Oberliga.“ Und: Auch wenn Horlacher gleich nach dem Spiel erklärte, dass das Pokalspiel beileibe keine Revanche für die Meisterschafts-Niederlage sein könne, für besondere Motivation könnte die Tatsache sorgen, dass der Gewinner dieses vorweggenommenen Finales als großer Favorit ins Final-Four einzieht. Dort könnte auch Harz erlaubt werden, wie Lerch erklärt: „Die Möglichkeit gibt es im Reglement. Das Präsidium muss dies auf Antrag der teilnehmenden Vereine aber beschließen.“ Das könnte doch die Haßlocher beflügeln. (mame)