Neustadt Verblasste Schönheit aufwerten
Wenn der Afrika-Viertel-Verein ab morgen zu seinem zweiten Hauberfest lädt, verfolgt er gleich zwei Ziele: Zum einen will er die alte Festkultur wieder aufleben lassen, zum anderen den Neustadtern ein längst vergessenes Naherholungsgebiet zurückgeben.
Bis Anfang der 90er Jahre sei der Termin fester Bestandteil des Neustadter Kulturlebens gewesen, erinnert sich der zweite Vereinsvorsitzende Hans Kaiser. Damals sei Ausrichter noch der „Vorstadter Casino Verein“ gewesen, der einst auch die „Butzelkerwe“ im Schöntal aus der Taufe gehoben habe. Jetzt, nachdem der Afrika-Viertel-Verein mit der Neuauflage des Hauberfests im vergangenen Jahr eine gelungene Premiere feierte, geht es rund um den historischen Hauberbrunnen in die zweite Runde. Der rund 50 Mitglieder zählende Verein gibt sich große Mühe, dass das dieses Mal auf zwei Tage ausgeweitete Fest die Besucher in seinen Bann zieht. Im Vorfeld wurden auch jetzt wieder die Wege gekehrt, Unkraut gezupft, der Brunnen geputzt, außerdem hat die Stadt die Wiesenflächen gemäht. Vereinsmitglied und Technikexperte Michael Remy kümmert sich zudem seit Tagen um die passende Beleuchtung sowie kleine Überraschungseffekte. Mehrere Festzelte, Tische und Bänke sollen zum Verweilen einladen. „Wir wollen den Leuten das wunderschöne Ambiente hier vor Augen führen“, betont Monika Kaiser. Das gesamte Ensemble – Hauber-, Axtwurf- und die Neumayer-Parkanlage – sei ein verblasstes Schmuckstück, ergänzt Ehemann Hans Kaiser: „Wir haben hier den Großteil des ehemaligen Neustadter Stadtparks vor der Tür“, verdeutlicht er. Dieses Naherholungsgebiet wieder zu dem zu machen, was es einst war, sei letztlich auch Sinn und Zweck des Afrika-Viertel-Vereins. Vor zwei Wochen haben die Mitglieder um den Vorsitzenden Stephan-Marc Solomon daher auch den Antrag bei der Stadt gestellt, im Bereich von Neumayer- und Axtwurf-Anlage wieder Sitzgelegenheiten zu schaffen und Bänke aufzustellen. Wünschen würde sich der Verein außerdem, dass der 1899 errichtete und unter Denkmalschutz stehende Hauberbrunnen wieder dauerhaft Wasser führt. „Die Stadt sollte sich ihrer Schönheiten besinnen und diese pflegen“, findet Hans Kaiser. Für das Hauberfest ist der Verein selbst in die Bresche gesprungen: Seit heute plätschert es im Becken rund um die Brunnengöttin zumindest vorübergehend. „Wir haben hier viele gute Seelen“, berichtet Kaiser. Etwa Erika Wegner, die regelmäßig Besen und Rechen in die Hand nimmt und für Sauberkeit sorgt. „Jeder hat die Qualität seines Wohngebiets ein Stück selbst in der Hand“, ist sich das Ehepaar Kaiser sicher. Um die zahlreichen weiteren Ideen des Vereins zu realisieren – etwa eine Bouleanlage oder einen Schachtisch – brauche es aber auch Unterstützung von außen. Überzeugen will der Afrika-Viertel- Verein morgen unter anderem mit einem Spießbraten auf Rebenglut und abendlicher Livemusik mit der Band „Hetzel und die Stifte“. Samstags locken Kaffee und Kuchen sowie Gegrilltes. Außerdem gibt es verschiedene Aktionen für Kinder, beispielsweise Seifenblasen. „Wir hoffen auf viele Besucher und viele nette Gespräche“, sagen die Kaisers. Info Hauberfest am Hauberbrunnen, freitags ab 18 Uhr, samstags ab 12 Uhr