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Montag, 28. Januar 2019 Drucken

Neustadt

„Nicht gegen Willkomm oder WEG“

Meinung am Montag: Neuer Ortsverein des Bunds der Selbständigen will Impulse liefern und Multiplikator sein

Wollen ein lokales Netzwerk für Selbstständige aufbauen (von links): Christof Heidemanns, Steffen Boiselle und Jürgen Federmann.

Wollen ein lokales Netzwerk für Selbstständige aufbauen (von links): Christof Heidemanns, Steffen Boiselle und Jürgen Federmann. ( Foto: LM)

Der Bund der Selbständigen (BDS) zählt mit seiner 150-jährigen Tradition zu den ältesten branchenübergreifenden Interessenvertretungen der gewerblichen Wirtschaft. Ansprechpartner für rund 2000 Mitglieder in der Region ist der BDS-Landesverband Rheinland-Pfalz und Saarland. Seit neuestem gibt es aber auch eine Neustadter Gruppe: Mitte 2018 als Idee gestartet, ist sie seit Anfang 2019 eingetragener Ortsverein des BDS.

Der BDS-Ortsverein Neustadt und Südliche Weinstraße, dessen Vorsitzende Monika Rupp-Langer ist, will nach eigenen Worten keine Konkurrenz zum Beispiel zur Willkomm-Gemeinschaft oder zur Kreishandwerkerschaft sein. Vielmehr wolle man mit bestehenden Interessenvertretungen zusammenarbeiten, betonen Jürgen Federmann (stellvertretender Vorsitzender), Christof Heidemanns (Schriftführer) und Steffen Boiselle (Mitglied und Beisitzer im BDS-Landesverband).

 

Warum braucht es neben dem Landesverband einen Ortsverein?

Heidemanns: Der Landesverband hat seinen Sitz zwar in Neustadt, ist aber für ganz Rheinland-Pfalz und das Saarland zuständig. Lokale Neugründungen kommen gar nicht so häufig vor. Aber als Ortsverein können wir im regionalen Bereich sicher noch mehr bewirken.

Boiselle: Weiterer Pluspunkt: Alle Mitglieder des BDS-Ortsverbands können automatisch die Vorteile des BDS-Landesverbands in Anspruch nehmen. So haben die Unternehmen einerseits ein lokales Netzwerk und bekommen andererseits die Vergünstigungen und Vorzüge einer landesweiten Gemeinschaft.

 

Wie lauten die Ziele?

Federmann: Die Belebung von Handel und Dienstleistung sowie die Schaffung einer gemeinsamen Wirtschaftskultur zusammen mit den Gremien der Stadt stehen bei der Arbeit im Mittelpunkt. Dabei erarbeiten wir praktische Konzepte aus der Wirtschaft für die Wirtschaft und setzen sie mit unserem branchenübergreifenden Netzwerk tatkräftig um.

Heidemanns: Jeder Selbstständige hat im Grunde ähnliche Anliegen, und da ist es natürlich toll, wenn man sich austauschen kann. Der Plattformgedanke ist wichtig. Wir wollen Multiplikatoren sein, aber auch eine Schnittstelle, ein Trichter, wo wir Meinungen sammeln und als eine Gemeinschaft arbeiten.

Boiselle: Und es geht natürlich auch immer um Kontakte. Es soll nicht nur ein nettes Zusammensein werden – denn jeder hat etwas zu bieten, und Geschäfte entwickeln sich besser, wenn man sich persönlich kennt.

Die Ziele gleichen denen der Unternehmergemeinschaft Willkomm. Wird es da nicht zu Interessenskonflikten kommen?

Boiselle: Wir wollen auf keinen Fall in Konkurrenz zur Willkomm treten, sondern mit ihr zusammenarbeiten. Es gibt genug zu tun. Der Verein ist etwas für alle Selbstständigen, auch in Landau und an der Südlichen Weinstraße, nicht nur für die Vor-Ort-Händler.

Heidemanns: Der BDS arbeitet nicht gegen die WEG oder die Willkomm. Wir wollen gemeinsam an einem Strang ziehen. Und wenn wir da einen weiteren Impuls liefern, kann das Neustadt nur weiterbringen.

 

Herr Heidemanns hat die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft angesprochen. Gab es da schon Kontakte? Und wenn ja, wie steht die WEG denn zum BDS-Ortsverein?

Federmann: Wir hatten schon einen Termin mit der WEG und sind positiv aufgenommen worden. Wir haben auch einen Antrag gestellt, um in den künftigen Wirtschaftsbeirat in Neustadt aufgenommen zu werden. Dafür haben wir vom Oberbürgermeister positive Signale bekommen, jetzt müssen wir mal abwarten.

 

Zum Einzugsgebiet des Vereins: Warum haben Sie sich nicht nur auf Neustadt konzentriert, sondern die Südliche Weinstraße mit dazugenommen?

Boiselle: Sonst ist die Grenze ja immer bei Edenkoben, die wollten wir ein bisschen überspringen.

Heidemanns: Wir wollten die Südliche Weinstraße mitnehmen, denn dort gibt es auch gute Ideen und eine gute Dynamik. Und die anderen Gebiete in der Region sind ja durch den Gewerbeverein Haßloch, den Verband der Selbständigen Lambrechter Tal oder den Bund der Selbständigen Römerberg-Speyer schon abgedeckt.

 

Gibt es regelmäßige Treffen für Mitglieder Ihres Ortsvereins und Selbstständige, die Interesse an einer Mitgliedschaft haben?

Heidemanns: Wir treffen uns jeden ersten Donnerstag im Monat um 12.30 Uhr im „Oscar’s“, diese Treffen sind offen für jeden.

Federmann: Gelegentlich gibt es bei diesem „Business Lunch“ auch Fachvorträge zu interessanten Fragestellungen. Es können aber auch sonst alle Themen angesprochen werden.

Neustadt-Ticker