Bad Sobernheim
Musashi: Nach Tarifkonflikt nun alle Standorte gesichert
Die Gewerkschaftsmitglieder konnten bei dem Mitgliedervotum per Briefwahl oder im Betrieb abstimmen. An allen Standorten gab es den Angaben zufolge eine hohe Wahlbeteiligung. „Die hohe Zustimmung beweist eindeutig, dass wir ein gutes Verhandlungsergebnis haben und wir in den letzten Wochen und Monaten die richtigen Entscheidungen getroffen hatten“, kommentierte Ingo Petzold, erster Bevollmächtigter der IG Metall Bad Kreuznach das Mitgliedervotum. Nachdem auch der Arbeitgeber seine Zustimmung zum Verhandlungsergebnis gegeben habe, könne der Tarifvertrag in Kraft treten.
Warnstreik im April
Mit einem Warnstreik und in Kundgebungen hatten die Beschäftigten im April von Musashi Standortgarantieren gefordert. Anfang Mai konnte nach mehrtägigen Verhandlungen ein Ergebnis erzielt werden. Damit seien alle Standorte gesichert und betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2025 ausgeschlossen, hebt die Arbeitnehmerorganisation hervor. Zudem garantiere Musashi, bis 2030 mindestens 1300 der derzeit rund 2000 Arbeitsplätze zu erhalten.
Im Gegenzug akzeptierten die Beschäftigten, dass Musashi die nächste Tariferhöhung um maximal ein Jahr verschieben darf, die beiden folgenden Lohnanpassungen dann nochmals um jeweils ein halbes Jahr. Zudem verzichten die Beschäftigten für vier Jahre auch auf das sogenannte Transformationsgeld – eine Einmalzahlung.
Beschäftigte, die aus Altersgründen das Unternehmen verlassen wollen, erhalten den Angaben zufolge die Möglichkeit, einen Altersteilzeitvertrag mit günstigen Konditionen abzuschließen.
Musashi Europe mit Sitz in Bad Sobernheim ist eine Tochter des japanischen Musashi-Konzerns und beschäftigt in der Bundesrepublik sowie in zwei Werken in Ungarn und an einem Standort in Spanien rund 2500 Mitarbeiter, die Komponenten für die Antriebs- und Fahrwerkstechnik herstellen.