Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Wasserturm-Anlage: Fontänen für längere Zeit versiegt

Die Wasserspiele am Friedrichsplatz werden aufwendig saniert.
Die Wasserspiele am Friedrichsplatz werden aufwendig saniert.

Die Brunnen am Wasserturm werden so schnell nicht wieder sprudeln. Die Anlage am Friedrichsplatz wird nach langer Zeit mal wieder auf Vordermann gebracht. Bis zur Bundesgartenschau im Frühjahr 2023 soll sich Mannheim von seiner schönsten Seite zeigen.

Meterhohe Fontänen, bunte Lichter, sprudelnde Lebensfreude – nicht nur Mannheimer werden die Wasserspiele in der Jugendstilanlage am Wasserturm vermissen. Mit dem Saisonende im Herbst sind die Quellen am Friedrichsplatz versiegt. Und das nicht nur wie sonst üblich bis zum kommenden Frühjahr. Erst mit Beginn der Bundesgartenschau 2023 sollen die Brunnen wieder sprudeln.

Im Jahr 1988, ein Jahr vor dem 100. Turmjubiläum, wurde die Anlage rund um den Wasserturm zuletzt grundsaniert. Es sei deshalb dringend Zeit gewesen, die Anlage erneut auf Vordermann zu bringen, sagt Jochen Baumann, Projektleiter des „Turmherrn“, der MVV. Zwei Jahre hatten allein die Vorbereitungen der umfangreichen Sanierung gedauert. „Wir waren deshalb froh, dass es endlich losgegangen ist.“

Wasserrohrbruch macht Probleme

Gerade beim Becken auf dem Friedrichsplatz mit einem Fassungsvermögen von rund 1,5 Millionen Litern Wasser – ein durchschnittliches Hallenbadbecken umfasst etwa eine Million Liter – war eine Generalüberholung fällig. Nach einem Wasserrohrbruch im vergangenen Jahr war die Anlage nur notdürftig geflickt worden. „Aber wir haben durch undichte Fugen weiterhin täglich rund 50 Kubikmeter Wasser verloren, die wir durch Frischwasser ersetzt haben“, berichtet Baumann. Je tiefer man in die Details eintauche, desto deutlicher würden die Schäden sichtbar.

Die Erneuerung dieser Fugen sind deshalb ein klarer Schwerpunkt des Projekts. Darüber hinaus sind Steinmetzarbeiten an der angegriffenen Struktur der Becken geplant. „Die Umfassung besteht aus rund 134 Metern Sandstein und weiteren 150 Metern Granit“, sagt der Projektleiter. Er hofft auf einen milden Winter mit wenig Niederschlag. Und mit Blick auf den Sommer, wenn die Arbeiten längst noch nicht abgeschlossen sind, fügt er hinzu: „Auch Hitze wäre nicht gut.“

Echte Millimeterarbeit

Dabei stehen im unteren Becken auf dem Friedrichsplatz aktuell nicht nur die Kräne, sondern das Becken wurde zu einem Abbild der Innenstadtquadrate. „Wir haben die einzelnen 1000 Platten in Quadrate eingeteilt“, erklärt Baumann. Jedes einzelne Quadrat habe seine eigene Struktur in Anschlüssen an das Frischwassernetz, Aussparungen für Fontänendüsen oder Lücken für das Beleuchtungssystem. „Alle Anschlüsse werden ebenfalls ersetzt und es wird spannend, ob alles genau passt, wenn wir die Platten wieder einsetzen.“ Eine echte Millimeterarbeit, denn nicht nur das gesamte Leitungsnetz wird ersetzt, sondern auch die Anschlüsse für insgesamt rund 800 Meter Rohrnetz.

Von der Abdichtung zum „Maschinenraum“ unterhalb des Hauptbeckens einmal ganz abgesehen. Wobei gerade diese Abdichtung Baumann und seinen Kollegen weniger Kopfzerbrechen bereitet: „Die sieht man gar nicht.“ Erneuerungen oberhalb der Wasserlinie seien innerhalb der denkmalgeschützten Anlage deutlich heikler. „Nach der Sanierung soll alles so aussehen wie vorher“, sagt er.

Die Bundesgartenschau im April 2023 ist der Fixpunkt. Und da ist die Sanierung der Fontänenbecken nur ein Abschnitt. „Wir sollen im September 2022 fertig sein, weil im Anschluss die Bewässerungsanlage für die Bepflanzung auf dem Friedrichsplatz erneuert werden soll“, erklärte Baumann.

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