Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel VfR Mannheim ist Stützpunkt von „Integration durch Sport“

Der Präsident des VfR Mannheim Boris Scheuermann (mit Mikrofon) stellte den neuen IdS-Stützpunkt vor.
Der Präsident des VfR Mannheim Boris Scheuermann (mit Mikrofon) stellte den neuen IdS-Stützpunkt vor.

„Direkt nach diesem Termin werden wir unser Nachwuchszentrum schließen und den Trainingsbetrieb einstellen.“ Mit diesen Worten hat VfR-Präsident Boris Scheuermann am Freitagvormittag wegen der Corona-Krise die Pressekonferenz eröffnet. Doch zuvor wollte sich Mannheims ältester Fußballverein offiziell als neuer IdS-Stützpunkt vorstellen.

Die Abkürzung steht für das 1989 ins Leben gerufene Bundesprogramm „Integration durch Sport“, über das der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) über seine Landesverbände bundesweit rund 3500 Stützpunktvereine bei deren Integrationsarbeit unterstützt. „Vielfalt ist in unserem Verein Alltag – und der VfR gehörte zu den ersten Unterzeichnern der Mannheimer Erklärung“, sagte Scheuermann.

Mit Leben gefüllt werde das Bekenntnis für ein Zusammenleben in Vielfalt und respektvolles Miteinander in allen Abteilungen: Im Seniorenbereich spielen Geflüchtete mit. Im Nachwuchszentrum wurden neue Trainings- und Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche geschaffen. Als IdS-Stützpunkt bietet der Verein nun über den Spielbetrieb hinaus Projekte, die jungen Menschen, die einen Migrationshintergrund haben oder aus sozial benachteiligten Familien kommen, die Möglichkeit zum Mitmachen und Mitgestalten.

Integrationsbeauftragte im Team

„Wir wollen die integrative Wirkung des Fußballs nutzen“, erklärt der VfR-Präsident. Seit dem vergangenen Jahr hat der Verein mit Janine Marielle Silberhorn daher eine eigene Integrationsbeauftragte. „Fußball-Camps, an denen auch Kinder und Jugendliche mit geringen oder gar keinen finanziellen Mitteln teilnehmen können, bieten wir bereits an. Für die Zukunft geplant sind unter anderem eine Hausaufgabenbetreuung und eine Nachmittagsbetreuung einschließlich Mittagessen“, nennt Silberhorn weitere Angebote.

Nach den Worten von Klaus Daniel, beim VfR zuständig für die Freiwilligendienste, kooperiert der Verein derzeit bereits mit 15 Mannheimer Schulen und einem Kindergarten. Auch das will man weiter ausbauen und künftig unter anderem eine Kindergarten-Ballschule sowie Sport-AGs an Schulen in sozialen Brennpunkten anbieten.

Bolzplätze wiederbeleben

In Zusammenarbeit mit dem DOSB und der Stadt sollen zudem öffentliche Bolzplätze in Mannheim wiederbelebt und im Rahmen des IdS-Stützpunkts betreut werden. Die Abteilung Nachwuchsfußball und die ehrenamtlichen Integrationshelfer arbeiten bei allen Projekten eng zusammen. „Doch unser Team mit derzeit neun Freiwilligen ist eigentlich zu klein, da immer mehr Schulen bei uns anfragen“, berichtet Daniel. Die Gruppe sei dankbar für weitere Unterstützer.

Susanne Borth vom Badischen Sportbund erhofft sich, dass die Arbeit des IdS-Stützpunkts öffentliche Aufmerksamkeit hervorruft. „Der VfR soll Katalysator sein, um das Programm zu verbreiten. Denn Integration durch Sport ist bundesweit ausgerichtet“, sagt sie. Borth wünscht sich, dass sich weitere Vereine in der Metropolregion als IdS-Stützpunkte etablieren und dass sich lokale Netzwerke bilden, in denen Sportvereine mit Kindergärten, Schulen, sozialen Einrichtungen und Migranteninitiativen zusammenarbeiten.

Sponsoren gesucht

Die konzeptionelle und strategische Ausrichtung des Programms bestimmt der DOSB in engem Austausch mit dem Bundesinnenministerium und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Mit den Landesverbänden vereinbart der DOSB wiederum die entsprechenden Ziele, um an der Basis die mitwirkenden Sportvereine und -verbände bei ihrer integrativen Arbeit zu unterstützen. Diese wiederum brauchen für ihre ehrenamtliche Arbeit neben Kooperationspartnern auch Sponsoren.

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