Rückblick 2020
Tristesse am Premium-Standort
In Ludwigshafen gibt es schon länger keinen Kaufhof mehr. In Mannheim gibt es jetzt nur noch einen, den am Paradeplatz. Das Haus an der Kunststraße ist dagegen eine von bundesweit rund 60 Filialen, die das Sparprogramm des Unternehmens Galeria Karstadt Kaufhof trifft.
Lutz Pauels, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Mannheim City, spricht von einem „qualitativ hochwertigen Anker“ und einem „Magnet“, der mit dem Kaufhof in N 7 auch für die umliegende Geschäftswelt wegfällt. Gerade die Kombination mit dem benachbarten Saturn habe sehr gut funktioniert. Je nachdem, wer der Nachmieter werde, drohe der Kunststraße und den dortigen Läden eine geringere Kundenfrequenz.
In N 7 arbeiten 75 Angestellte. Verdi kritisiert neben der Schließung die Art und Weise, wie die Mitarbeiter dort davon erfahren haben. Innerhalb nur eines Tages sei zunächst die Geschäftsführung vor Ort gemeinsam mit dem Betriebsrat und direkt anschließend die Belegschaft informiert worden, berichtet Gewerkschaftssekretärin Sabine Möller und sagt: „Das hat die Beschäftigten vor den Kopf gestoßen.“
Im Gegensatz zum Kaufhof am Paradeplatz sind die Flächen an der Kunststraße gemietet. Es ist ein historischer Standort. Seit Mitte der 1930er-Jahre befand sich dort das Kaufhaus Vetter. Ende der 60er-Jahre zog stattdessen Horten ein. Anfang der 90er wurde daraus Kaufhof. Wie es mit der Immobilie weitergeht, ist noch nicht klar.