Mannheim
Städtischer Wohnungsbau: Mehr als nur Wohnraum schaffen
Die Muttergesellschaft GBG hat weiterhin vor allem den Mannheimer Wohnungsmarkt im Blick. „Unser Ziel sind 20.000 eigene Wohnungen, um auch künftig unseren Anteil von rund zwölf Prozent am Mannheimer Wohnungsmarkt stabil zu halten“, kündigte GBG-Chef Karl-Heinz Frings bei der Präsentation der Jahresbilanz 2020 an. Zugrunde liegen dafür Prognosen, dass Mannheim weiter wächst und in den kommenden Jahren bis zu 25.000 Menschen mehr in der Stadt leben werden. Dafür werden laut Frings 10.000 neue Wohnungen gebraucht – vor allem bezahlbare. Mit durchschnittlich 6,78 Euro pro Quadratmeter liegen die GBG-Wohnungen den Angaben zufolge deutlich unter dem aktuellen Mietspiegel-Durchschnitt von 8,37 Euro.
„In Franklin haben wir 250 Wohnungen fertiggestellt mit Mieten bis 7,50 Euro pro Quadratmeter“, berichtete Frings. Insgesamt habe die GBG 2020 rund 61 Millionen Euro in Neubauten investiert, dazu elf Millionen in den Ankauf von Grundstücken. Runde 74 Millionen Euro seien in die Sanierung und Modernisierung von Bestandsgebäuden geflossen. Ein wichtiges Thema ist auch die energetische Sanierung. „Jedes Dach, das saniert wird, wird auf die Möglichkeit für Photovoltaik geprüft“, versicherte der GBG-Chef.
Erstmals seit Jahren wieder Fördermöglichkeiten
Ein großangelegtes Sanierungsprogramm für Nachkriegsbauten läuft derzeit im Stadtteil Schönau. Schrittweise sollen dort 1700 GBG-Wohnungen modernisiert, vereinzelt auch abgerissen und neu gebaut werden. Auch einige der sogenannten Benz-Baracken wurden gerade abgerissen, hier sollen 147 neue, geförderte Wohnungen entstehen, teilte Frings mit. Weil es nämlich erstmals seit Jahren wieder Fördermöglichkeiten gebe, beteilige sich auch die GBG am „Geförderten Wohnungsbau“-Programm, teilte Frings mit.
Derweil kümmert sich die Entwicklungsgesellschaft MWSP, eine der GBG-Töchter, um die Umwandlung der ehemaligen US-Militärgelände. Während der Wohnungsbau auf „Franklin“ vorangeht und dort inzwischen 3500 Menschen leben, treibt die MWSP mit Blick auf die nahende Bundesgartenschau 2023 nun den Wohnungsbau auf Spinelli in Käfertal voran. Die GBG-Tochter BBS (Bau- und Betriebsservice) hat für die Stadt derweil die Verantwortung für die Schulgebäude übernommen. Bis 2022 soll ein 124 Millionen Euro teures Sanierungsprogramm umgesetzt werden.
Secondhand- und Lebensmittelläden
Auf Wunsch der Stadt ist die Wohnungsgesellschaft überdies in der Quartierentwicklung aktiv. So seien in der Neckarstadt-West, dem Jungbusch und der Innenstadt inzwischen 20 „Problemimmobilien“ mit 120 Wohnungen angekauft worden, um den Anstieg der Mietpreise zu bremsen und das Quartier zu stabilisieren, betonte Frings. Auch mehrere Altbauten mit Ladengeschäften in der Mittelstraße, der Lebensader der Neckarstadt-West, seien erworben worden. In einem ehemaligen Wettbüro soll dort ein Vor-Ort-Büro der GBG und ein kleiner Laden des Secondhand-Kaufhauses „Markthaus“ öffnen. Das „Markthaus“ ist eine Tochter der ServiceHaus GmbH, ihrerseits eine Tochter der GBG, und übernimmt als Integrationsbetrieb vor allem soziale Aufgaben. Neben diesem werden auch vier Lebensmittelläden in Vororten wie Wallstadt betrieben. „Ältere Menschen haben so die Möglichkeit, sich weiter selbst zu versorgen, zudem werden wichtige soziale Treffpunkte geschaffen“, erläuterte der GBG-Chef deren Bedeutung.