Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Rettungswagen kommen schneller

In Ernstfall zählt jede Minute.
In Ernstfall zählt jede Minute.

Der Start der Leitstelle für die Notfallrettung in Mannheim hat offenbar gut funktioniert. Hilfe für Verletzte kommt im Durchschnitt mittlerweile schneller. Streit gibt es noch beim Thema Krankentransporte.

Lange hatte Mannheim für eine eigene Integrierte Leitstelle gekämpft. Am 1. April konnte die Notfallrettung ihren Betrieb in der Zentrale der Mannheimer Hauptfeuerwache aufnehmen. Seitdem werden hier nicht nur die Notrufe für die Feuerwehr angenommen, sondern auch die Einsätze für den Rettungsdienst in der Stadt. Zuvor war die Integrierte Leitstelle in Ladenburg zuständig. In einer Bilanz nach dem ersten Vierteljahr berichten die Verantwortlichen über deutliche Verbesserungen bei den Hilfsfristen.

„Am 1. April haben wir die Leitstelle scharf gestellt. Es hat alles geklappt. Die Leitstelle funktioniert seitdem sehr gut“, sagt Christian Specht (CDU), Mannheims Bürgermeister für Sicherheit und Ordnung. In der Vergangenheit waren die Rettungswagen für die Städte Mannheim und Heidelberg sowie den Rhein-Neckar-Kreis von einer gemeinsamen Leitstelle in Ladenburg aus disponiert worden. Immer wieder hatte es jedoch von Mannheimer Seite Kritik wegen der Nichteinhaltung der vom Land vorgeschriebenen Hilfsfristen gegeben. Gemeint ist damit die Dauer vom Eingang der Notfallmeldung bis zum Eintreffen eines Rettungs- oder Notarztwagens am Notfallort. Das Landesgesetz formuliert als Vorgabe, dass dabei „möglichst nicht mehr als 10, höchstens 15 Minuten“ verstreichen sollen.

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„Von April bis Juni 2020 hatten wir bereits 11877 Rettungseinsätze sowie 1020 Feuerwehreinsätze“, nennt Maximilian Schneeganß, Geschäftsführer der Integrierten Leitstelle Mannheim, konkrete Zahlen. Die Leitstelle sei nachts mit drei, tagsüber mit fünf Disponenten besetzt. Aufgrund der baden-württembergischen Gesetzeslage kann die Stadt nicht alleine Träger der Leitstelle sein. Partner in der Betriebsgesellschaft ist das Deutsche Rote Kreuz Kreisverband Mannheim. „Das Prinzip der Gefahrenabwehr aus einer Hand hat sich bereits bewährt“, betont Schneganß und verweist auf einen schweren Unfall zwischen einem Sattelzug und einer Stadtbahn am 29. Juni in der Neckarauer Straße.

Dass mittlerweile schneller Hilfe kommt, sagt Andreas Pitz, Koordinator des Rettungsdienstes der Stadt Mannheim. „Wir sind bei 97, 98 Prozent bei der Einhaltung der 15-Minuten-Frist. Das ist sicher der beste Wert in Baden-Württemberg.“ Bei der Zehn-Minuten-Frist seien es 75, 76 Prozent. „Wir arbeiten weiter daran“, kündigt er an.

Der Disponent der Rettungsleitstelle bekommt einen Überblick über alle vorhandenen Ressourcen in den Kliniken, um den Rettungswagen quasi schon bei der Alarmierung zum Ort mit der bestmöglichen Versorgung zu leiten. Wie Geschäftsführer Christoph Scherer sagte, ist die Einführung durch das Land geplant. Mannheim solle hier nicht schneller sein, bedauert er. Offenbar bestehen nach der Trennung von der Rettungs-Leitstelle in Ladenburg noch Konfliktpunkte beim Thema Krankentransporte. Diese stellen für die Rettungsdienste lukrative Aufträge dar. Die neue Mannheimer Leitstelle profitiert davon aber offenbar noch recht wenig. Daran müsse weiter gearbeitet und die bisherige Regelung überdacht werden, kündigt Pitz an.

 

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