Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Neuer Fachmann für Gefäßchirurgie am Diako

Michael Keese
Michael Keese

Michael Keese ist neuer Leiter der Gefäß- und Endovascularchirurgie am Theresien- und Diakonissenkrankenhaus (Diako) Mannheim. Dort werden alle Erkrankungen der Gefäße diagnostiziert und behandelt, für die keine Herz-Lungenmaschine notwendig ist.

Der 50-jährige Michael Keese wechselt von der Leitung der Gefäßchirurgie an der Universitätsmedizin Mannheim zur BBT-Gruppe, um künftig in deren beiden Mannheimer Kliniken das interdisziplinäre Gefäßzentrum zu führen. Standortübergreifend zwar, doch wie Keese sagt, sind die großen angiologischen und gefäßchirurgischen Ambulanzen am Diako ebenso historisch gewachsen wie die invasiven und operativen stationären Eingriffe am Theresienkrankenhaus. „Das bleibt so auch bestehen. Darüber hinaus soll am Diako ein ambulantes gefäßmedizinisches OP-Zentrum entstehen“, berichtet er.

Interdisziplinär arbeiten

Um überhaupt ein interdisziplinäres Zentrum bilden zu können, müssen die daran beteiligten Fachdisziplinen Gefäßchirurgie, Angiologie und Radiologie konstruktiv zusammenarbeiten sowie strukturelle, personelle und technische Anforderungen der Fachgesellschaften erfüllen. „Die Zertifizierung selbst erfolgt dann durch ein Fachgremium von Vertretern der einzelnen im Gefäßzentrum beteiligten Fachdisziplinen“, erläutert der Professor das Prozedere. Klingt sehr theoretisch, doch das Ganze hat zum Ziel, die für jeden Patienten maßgeschneiderte Therapie zu finden. „Und dies gelingt nur durch einen wirklich gelebten interdisziplinären Ansatz“, betont Keese und nennt als ein Beispiel die Beratung des Patienten in gemeinsamen Sprechstunden.

Im Zentrum für Gefäß- und Endovascularchirurgie werden alle Erkrankungen der Gefäße diagnostiziert und behandelt, die ohne Herz-Lungenmaschine behandelbar sind. Von oben nach unten betrachtet sind dies Aortenbogen/Halsschlagader hin zur Hauptschlagader (Aorta) über die Becken- und Beinarterien bis zum venösen Seitenast im Bein.

Mit Sport vorbeugen

Doch wie entstehen überhaupt Gefäßerkrankungen? „Man unterscheidet endogene, genetisch bedingte und externe Ursachen. Vor allem die externen Risikofaktoren sind hinlänglich bekannt“, erläutert der Fachmann. Gemeint sind Rauchen, Cholesterin und hoher Blutdruck. Wer diese Risikofaktoren abstellt beziehungsweise behandelt, kann auch den Verlauf von Gefäßerkrankungen positiv beeinflussen. Besser noch ist vorbeugen, etwa durch Sport oder eine Ernährungsumstellung.

„Eine Gefäßuntersuchung macht in jeden Fall dann Sinn, wenn Symptome auftauchen, wie beispielsweise Schmerzen in den Beinen beim Laufen“, sagt Michel Keese. Bei Männern über 65 Jahren wird eine präventive Ultraschalluntersuchung der Hauptschlagader empfohlen. Ob eine Gefäßerkrankung ambulant oder stationär behandelt werden muss, hängt von der Erkrankung selbst sowie vom Patienten ab. „Hierbei lautet die Grundregel, dass je jünger und weniger invasiv, also kleiner der Eingriff ist, desto eher kann auch eine ambulante Therapie erfolgen“, erläutert der Facharzt.

Ambulant wird demnach in der Regel bei vielen Eingriffen an den Venen vorgegangen. Bei Operationen die Arterien betreffend werden die Patienten hingegen stationär am Theresienkrankenhaus aufgenommen.

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