Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Straßenbahn-Linie: Hier sollen Gleise entstehen

Durchs Glückstein-Quartier soll künftig eine neue Straßenbahn-Route führen.
Durchs Glückstein-Quartier soll künftig eine neue Straßenbahn-Route führen.

Das Straßenbahn-Netz in Mannheim soll in den nächsten Jahren stark ausgebaut werden. Der Stadtteil Franklin im Norden der Stadt soll dabei ebenso angebunden werden wie das Glückstein-Quartier südlich des Hauptbahnhofs. Verkehrsströme werden sich dadurch verändern.

Einen „weiteren Schritt in Richtung Verkehrswende“ hat Mannheims Erster Bürgermeister Christian Specht (CDU) angekündigt. Bei den Bemühungen, das Straßenbahn-Netz in Mannheim leistungsfähiger zu machen, spielt die Anbindung des Glückstein-Quartiers im Lindenhof eine große Rolle. Moderne Büroflächen, hochwertiger Wohnraum und Begegnungsstätten für das gesellschaftliche Leben sollen das Viertel prägen. Die Stadt wirbt außerdem mit einem Netz von Grünflächen und der Nähe zum Rhein für eines ihrer wichtigsten Stadtentwicklungsprojekte.

Stadt und Rhein-Neckar Verkehrsgesellschaft (RNV) wollten nun das nächste Stadtbahn-Projekt frühzeitig vorstellen, um auf mögliche Einwände oder Hinweise aus der Wirtschaft und von Anwohnern reagieren zu können. Vor 2025 wird der Gleisbau nicht beginnen. Die neue Verbindung soll Ende 2027 in Betrieb gehen.

Wer von der Verbindung profitiert

Die Strecke soll ungefähr 1,5 Kilometer lang sein und die Trassen der Linie 3 (Sandhofen-Neckarau), der Linie 1 (Schönau-Rheinau) und der Linie 8 (Oppau-Mannheim) verbinden. Vier Haltestellen sollen entlang der zweigleisigen Route entstehen: auf der Rückseite des Hauptbahnhofs, in der Glücksteinallee, beim Unternehmen John Deere und an der Hochschule. Mehr als 500 Bewohner und 5000 Arbeitnehmer sollen einmal von dem Stadtbahnanschluss profitieren. „Zusätzlich können wir den Campus der Hochschule Mannheim mit ihren rund 5200 Studierenden auf direktem Wege erreichen“, sagt Bürgermeister und ÖPNV-Dezernent Specht. Auswirkungen hat die neue Strecke auf sämtliche Bewohner der südlichen Stadtteile.

Die Bewohner der südlichen Stadtteile haben dann eine Alternative zur viel genutzten Linie 1.
Die Bewohner der südlichen Stadtteile haben dann eine Alternative zur viel genutzten Linie 1.

Ebenfalls eine Menge ändern wird sich dadurch am wichtigsten Verkehrsknotenpunkt der Stadt. Den Hauptbahnhof steuern die allermeisten vom Norden, also von der Innenstadt-Seite aus an. Zwar gibt es auch einen Zugang vom Lindenhof kommend, den bezeichnet aber selbst Specht als „schmuddeligen Hintereingang“. Ein nicht gerade unwesentlicher Nebeneffekt des Glückstein-Projekts ist die Aufwertung des südlichen Hauptbahnhof-Zugangs. Es gibt einen Platz mit Bänken und Fahrrad-Parkhaus. „All das erhöht die Funktionalität des Hauptbahnhofs. Menschen aus den südlichen Stadtteilen müssen künftig nicht mehr auf die Nordseite des Bahnhofs“, sagt Specht. Bislang sind die Menschen im Süden auf die Linie 1 angewiesen, die von Rheinau über die Schwetzingerstadt den Mannheimer Bahnhofsvorplatz ansteuert.

Alternative aus Richtung Ludwigshafen

Auf der neuen Strecke durch das Glückstein-Quartier soll in Zukunft die neue Linie 16 unterwegs sein. Wie Marcus Geithe, Geschäftsführer der MV Mannheimer Verkehr GmbH, erläutert, fahren die Bahnen dort dann im 20-Minuten-Takt von Rheinau ganz im Süden Mannheims bis in den neuen Stadtteil Franklin im Norden. Zu den Hauptverkehrszeiten am frühen Morgen und am späten Nachmittag werde sich der Takt fast auf zehn Minuten verdichten, weil zu diesen Zeiten zusätzlich Bahnen der Linie 8 – Oppau-Mannheim – unterwegs sein sollen. Für die Schienen in der Glücksteinallee wurde bewusst eine Trasse freigehalten, damit die Bahnen getrennt von der Straße pendeln.

Das Paket „Konversionsnetz Mannheim“ bündelt mehrere Projekte zum Ausbau des Mannheimer Stadtbahnnetzes und zur Anbindung neuer Stadtquartiere. Insgesamt sollen in den nächsten Jahren rund 150 Millionen Euro in das Mannheimer Stadtbahnnetz investiert werden. Knapp 24 Millionen Euro sollen in die Glückstein-Verbindung fließen.

Bürgermeister Specht ist es wichtig zu betonen, dass die Arbeiten für die neue Verbindung erst starten, wenn etliche aktuelle Baustellen abgeschlossen sind – beispielsweise der Fahrlachtunnel und auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs, wo erst vor wenigen Tagen damit begonnen worden ist, die Haltestelle neu zu ordnen und zu erweitern. Die wichtige Drehscheibe im öffentlichen Nahverkehr ist daher für mehrere Monate dicht – bis Anfang Oktober, wenn alles reibungslos läuft. Die Sperrung hat derzeit großflächige Umleitungen vor allem über die Fußgängerzone zur Folge.

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