Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Nach Polizeieinsatz mit Todesfolge: Drohungen gegen Beamte

Vor diesem Laden spielten sich der dramatische Vorfall ab, infolgedessen ein 47-Jähriger starb.
Vor diesem Laden spielten sich der dramatische Vorfall ab, infolgedessen ein 47-Jähriger starb.

Auch Tage nach dem Polizeieinsatz am Mannheimer Marktplatz, bei dem ein Mann zu Tode gekommen ist, erhitzt der Vorfall in der Stadt die Gemüter. Nicht zuletzt in den sozialen Netzwerken ist die Aufregung groß.

„Auf der Straße werden Beamte bedroht und beschimpft. Wir haben 1800 Einträge dazu in den sozialen Medien gehabt, die meisten negative Äußerungen, darunter waren 150 massive Beleidigungen der Polizei“, berichtete der Mannheimer Polizeipräsident Siegfried Kollmar im Sicherheitsausschuss. Wenn ein Kopfgeld auf Kollegen ausgesetzt werde, wenn dazu aufgefordert werde, Polizisten zu steinigen oder zu köpfen, dann gehe das entschieden zu weit, machte er klar, dass gegen Äußerungen solcher Art Strafanzeigen gestellt werden sollen.

Landeskriminalamt ermittelt

Sehr unschön sei, dass jemand das falsche Gerücht verbreitet habe, der Betroffene sei Türke gewesen. „Der Vorfall muss komplett aufgeklärt werden, aber ohne Vorverurteilung“, betonte Kollmar. Deshalb habe er sofort danach das Landeskriminalamt verständigt und um die Ermittlungen gebeten. Diese würden somit nicht von der Mannheimer Polizei selbst geführt.

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Nach bisherigen Informationen sollen am Montagnachmittag zwei Polizisten bei der versuchten Kontrolle eines 47-jährigen massive Gewalt eingesetzt haben. Wie Zeugenaussagen bestätigen und auf Handyvideos zu sehen ist, erhielt der Mann von einem der Polizisten Faustschläge auf den Kopf und ins Gesicht. Wenig später brach der Mann noch an Ort und Stelle zusammen. Der Versuch, ihn wiederzubeleben, misslang. Rettungskräfte brachten ihn in eine Klinik, wo er kurz darauf verstarb. Der 47-jährige war Patient des Mannheimer Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI).

„Geben ganz schlechtes Bild ab“

Es gebe 70 Videosequenzen und 30 Zeugenaussagen zu dem Vorfall, hieß es im Sicherheitsausschuss. Vier, fünf Handyvideos habe er gesehen. „Das sieht hier übel aus“, sagte Kollmar. Müsse aber von der Staatsanwaltschaft beurteilt werden. „Wir als Polizei haben ein ganz schlechtes Bild abgegeben“, räumte er ein. Die betreffenden zwei jungen Beamten seien sofort vom Dienst suspendiert worden. Auch innerhalb der Polizei gebe es über den Vorfall viele Diskussionen. Laut Polizeipräsident ist viel Vertrauen verlorengegangen, das wieder aufgebaut werden müsse. Was die genaue Ursache für den Tod des 47-Jährigen war, werde nun von der Gerichtsmedizin untersucht.

Eigentlich wollte Kollmar im turnusgemäß tagenden Sicherheitsausschuss über die Kriminalstatistik des abgelaufenen Jahres berichten. Angesichts der Folgen des Polizeieinsatzes am Mannheimer Marktplatz stand dieser jedoch im Mittelpunkt.

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