Mannheim
Mannheim: Circus Krone will ausgefallenes Gastspiel nachholen
„Mandana – Circuskunst neu geträumt“ lautet das Motto der aktuellen Tournee, die für den Circus Krone eigentlich gerade erst begonnen hatte. Augsburg war in der Vorwoche die erste Station seit der Winterpause. Diese hatte die Zirkusfamilie am Stammsitz in München verbracht. Das vorzeitige und vor allem schnelle Ende hätte sich aber niemand träumen lassen. Das Gastspiel in Augsburg wurde aufgrund der erlassenen Veranstaltungsrichtlinien vorzeitig beendet. Das Zelt in Mannheim wurde gar nicht erst aufgebaut. Drei ausverkaufte Shows für 2500 Besucher im Kronebau in München wurden ersatzlos gestrichen.
„Die Veranstaltungsbranche ist immer als Erstes von einer Krise betroffen – und sie spürt die Krise dann auch am längsten“, sagt Harald Ortlepp. Der Tourneeleiter koordinierte die Aufräumarbeiten auf dem Neuen Messplatz. Die Absage im Sinne der Gesundheit von Tieren, Mitarbeitern und Besuchen im Zuge des Virenschutzes sei der logische Schritt gewesen, räumt er ein. Die wirtschaftlichen Folgen seien schon jetzt spürbar. „Wir bewegen uns da schon locker im sechsstelligen Bereich“, so Ortlepp.
In die Winterquartiere zurückgekehrt
Denn obwohl das Zirkusunternehmen die Reisekosten für den gesamten Tross von Augsburg nach Mannheim eingespart habe – die Tiere sind in ihre Winterquartiere zurückgekehrt, die Verträge mit den Artisten wurden ausgesetzt – gebe es immer noch Fixkosten. So will allein der umfangreiche Tierpark weiter verpflegt werden, und von den Artisten abgesehen habe der Zirkus selbstverständlich auch eine stattliche Anzahl an Festbeschäftigten. „Zusammen mit den Vorbereitungsmaßnahmen und dem Marketing kommen wir da locker in einen Bereich, der für Kleinunternehmen schon existenzgefährdend ist.“
Einnahmen hat das Zirkusunternehmen keine. Bei Tagesproduktionskosten im fünfstelligen Bereich lohnen sich schließlich keine Vorstellungen für einen kleinen Personenkreis. Im Vorverkauf erstandene Eintrittskarten können an der jeweiligen Vorverkaufsstelle zurückgegeben werden, der Kaufpreis wird dann zurückerstattet. „Sie behalten aber auch ihre Gültigkeit, denn wir wollen das Gastspiel gerne im Lauf des Jahres nachholen“, so Ortlepp. Allerdings müsse man nun erst einmal abwarten, für wie lange die aktuellen Richtlinien gelten und dann müsse auf dem Messplatz erst einmal wieder ein neuer Termin gefunden werden.
Blitzschneller Abbau
Ortlepp ist aber optimistisch, dass das gelingen wird. Denn wie auch der blitzschnelle und reibungslose Abbau unter Beweis stellte: „Ein Zirkus ist keineswegs chaotisch, sondern sehr straff organisiert. Deshalb können wir ja auf solche Dinge sehr kurzfristig reagieren.“ Und tatsächlich: Schon am Nachmittag waren auf dem Messplatz keine Spuren einer Krone mehr zu sehen. „Das sind dramatische Zeiten für alle von uns.“ Damit verabschiedete sich der Tourneeleiter.