Mannheim: Rückblick 2022 RHEINPFALZ Plus Artikel Chemieunfall im Hafen: Feuerwehr mehrere Tage im Einsatz

Die Feuerwehr kühlt den Container, in dem sich der Gefahrstoff befindet.
Die Feuerwehr kühlt den Container, in dem sich der Gefahrstoff befindet.

Im Mannheimer Hafen heißt es: Nichts geht mehr. Nachdem aus einem Container eine gefährliche Substanz ausgetreten ist, ist die Feuerwehr im Stress.

Hektik im Hafen: An einem Dienstagnachmittag im August wird der Feuerwehr ein rauchender Container im Mannheimer Handelshafen gemeldet. Es ist der Beginn eines mehrtägigen nervenaufreibenden Einsatzes. Schnell bildet sich eine bis zu 150 Meter hohe Rauchsäule.

Bei der giftigen Substanz, die dem Container entwichen ist, handelt es sich um Hydrosulfit. Der Stoff findet als Bleichmittel in der Textilindustrie Verwendung. Die tonnenschwere Fracht mit den rund 200 Fässern kommt von der BASF und sollte auf dem Seeweg über Antwerpen in die Türkei transportiert werden. Die Feuerwehr ist in der heißen Phase mit bis zu 150 Kräften im Einsatz. Deren wichtigste Aufgabe: das Kühlen des Containers mit enormen Wassermengen, die ein Feuerlöschboot aus dem Hafenbecken pumpt.

Sensibles Unterfangen

Um die Lage im Griff zu behalten, muss auch Tage nach dem Unfall weiter gekühlt werden. Noch immer ist es den Experten vor Ort zu riskant, den Container zu öffnen. Anwohner im Jungbusch, im westlichen Teil der Innenstadt und in Neckarstadt-West sollen Fenster und Türen nur kurz zum Lüften öffnen. Die Fässer werden schließlich einzeln aus dem Container geholt. Dann werden sie von den Behörden begutachtet und für den Abtransport vorbereitet. Vor Ort sind neben der Feuerwehr und Spezialisten der BASF auch Brandermittler der Polizei im Einsatz, um die Unglücksursache zu klären. Offenbar ist der Brand entstanden, weil der Inhalt der Fässer mit Sauerstoff reagiert hat. Die Fässer aus dem Container werden in Transportbehältern zur BASF nach Ludwigshafen gebracht, wo sie entsorgt werden.

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