Kanu
Zwischen Gaudi und Weltklasse
Und während es bei den Wettkämpfen von Politprominenz, Vereinen und Organisationen vor allem um die Gaudi ging, war beim Eliterennen jede Menge Prestige im Spiel. Gemeinsam hatten Yannic Lemmen und Marcel Blum vor rund zwei Monaten bei der Weltmeisterschaft Silber im Teamsprint gewonnen. In Ludwigshafen standen sich der Düsseldorfer Lemmen und Lokalmatador Blum vom Ludwigshafener Kanu Club auf dem Wasser als Konkurrenten gegenüber. „Ein freundschaftlicher Wettbewerb. Die beiden kennen sich wirklich sehr gut“, erklärte Rennleiter Berthold Barthel. Um so wichtiger wäre deshalb der Sieg im heimischen Hafen gewesen, zumal Blum auch noch amtierender deutscher Meister der Sprintdisziplin ist, dabei Konkurrent Lemmen distanziert hatte. In Ludwigshafen gelang das nicht.
Ausscheidungspaddeln
Nachdem zunächst Runde für Runde die beiden Letztplatzierten des ursprünglich zwölf Mann starken Teilnehmerfeldes ausgeschieden waren, gaben die sechs verbliebenen Fahrer auf den letzten 200 Metern Vollgas, wühlten das Wasser im Hafenbecken auf wie mit einem hochdrehenden Schiffsmotor. Und am Ende hatte der Düsseldorfer knapp, die Nase vorne. Zeit wurde auf dem Wasser natürlich nicht genommen, „aber ich schätze mal, dass nur knapp eine halbe Sekunde zwischen beiden Fahrern lag“, so Barthel. Der drittplatzierte Linus Becker aus Köln lag hingegen schon deutlich hinter dem Siegerduo.
Die Teilnahme am Rennen beim Hafenfest war ein Freundschaftsdienst der Fahrer. Qualifikationszeiten oder Wertungspunkte waren bei der Regatta auch im Eliterennen nicht zu gewinnen. Trotzdem kommen die vom LKC eingeladenen Fahrer gerne nach Ludwigshafen. „Es geht uns allen darum, den Leuten unseren attraktiven Sport näher zu bringen“, erklärte der Rennleiter. Und natürlich spielte eventuell auch das begleitende Hafenfest eine Rolle bei der Zusage.
Im Dauereinsatz
Auf das konnte Marcel Blum seinen knappen zweiten Platz schieben. Immerhin war er zuvor praktisch schon im Dauereinsatz gewesen, verstärkte gleich drei Boote bei den Spaßrennen der Vereine und der Politprominenz. Gut möglich, dass deshalb im Endspurt die entscheidenden Körner fehlten, er sich geschlagen geben musste. Ganz so tief wollte Barthel in der Analyse nicht gehen. „Mal liegt Marcel vorne, mal ist es Peter. Es ist zwischen den beiden immer eine Frage der Tagesform.“ Das könnte am kommenden Wochenende schon wieder ganz anders aussehen. Da sehen sich die beiden und auch ein Teil des Ludwigshafener Teilnehmerfeldes bei den deutschen Meisterschaften in Köln wieder. Aus Sicht des Ludwigshafeners dann gerne mit umgekehrtem Resultat.