Handball
Zweiter Versuch der VTV Mundenheim klappt
André Rebholz zieht sich als Erfolgstrainer zurück. Der Einsatz, für den aus privaten Gründen verhinderten Andreas Schwarz bleibe eine Ausnahme: „Aber ich habe es gerne übernommen. Immerhin bin ich bei den Spielen der Damen sowieso in der Halle“, sagte der Aushilfstrainer lachend. Sportlich bemängelte er wenig. Gestützt auf eine über 60 Minuten starke Abwehrleistung und eine starke Torhüterin Selina Hofmann hatten die VTV beste Aussichten auf den Sieg, lagen trotzdem nach einer Viertelstunde 3:6 zurück. Grund dafür war einmal mehr der stotternde Motor in der Offensive.
Zu hektisch
„Wir hatten uns vorgenommen, den Ball schnell nach vorne zu spielen, aber dann sind wir immer wieder hektisch geworden und haben falsche Entscheidungen getroffen“, so Rebholz. Das zahlte sich trotzdem aus. Nach und nach zahlte die kurze Wörther Bank dem Tempo der Gastgeber Tribut. Erst recht, als Rebholz seine „Geheimwaffen“ aus der A-Jugend einsetzte, Jule Koopmann und Marlis Mader mit Gardemaß den schier unüberwindlichen Innenblock bildeten. So machten die VTV innerhalb von sieben Minuten aus dem 3:6 das 8:7. „Und dabei haben wir noch drei Tore aus Angriffen kassiert, die wir eigentlich schon gestoppt hatten“, analysierte der Interimstrainer. Dass sich Mader mit sieben Treffern als beste Torschützin auszeichnete war dabei nur ein weiterer positiver Nebeneffekt. Sie traf mit dem Pausenpfiff auch zur verdienten 11:8-Führung.
Aber es gab einen weiteren Grund, dass die Stimmung unter den rund 100 Zuschauern nicht sonderlich euphorisch war. Gerade zwölf Minuten war die zweite Hälfte alt, das Spiel bei 17:10 zwar noch nicht endgültig entschieden, aber viel Gegenwehr war von den Gästen auf Grund ihrer Körperhaltung nicht zu erwarten. Linda Götz trug den Ball nach vorne, prallte mit einer Gegenspielerin zusammen und war danach mit dem Verdacht auf eine Verletzung der Beinsehne aus. Nicht nur für die Spielerin selbst ein schmerzhafter Zusammenprall. Sie wird ihrer Mannschaft voraussichtlich zumindest mittelfristig fehlen.
Zweiter Ausfall
Ein weiterer Ausfall kam sechs Minuten vor Schluss hinzu. Esther Adam prallte mit dem Kopf an den ihrer Gegenspielerin Kathrin Pfirrmann. Beide schieden mit einer blutenden Platzwunde aus. „Jetzt muss man erstmal sehen, was mit den beiden verletzten Spielerinnen ist“, erklärte Rebholz deshalb in seiner Analyse. Mit 22:15 lagen die VTV zum Zeitpunkt der zweiten längeren Verletzung in Führung (54.) Der Bruch danach schadete offensichtlich den Gästen mehr, denen im Anschluss kein weiterer Treffer mehr gelang. Die VTV steuerten dem erhofften ersten Heimsieg entgegen.
„Natürlich hat man als Trainer immer etwas zu kritisieren. Wir hatten ein paar technische Fehler zu viel, waren in der Chancenverwertung teilweise nicht konsequent genug, aber insgesamt hatten wir nach 20 Minuten alles im Griff“, bilanzierte Rebholz nach seinem erfolgreichen Trainerdebüt bei den VTV Damen. Mit nun fünf Zählern und dem vierten Tabellenplatz liegen die Mundenheimerinnen auf einem guten Kurs in Sachen Klassenerhalt.