Tennis Zweite Liga: Wie ein Brasilianer dem BASF TC zum ersten Saisonsieg verhilft
Große Erleichterung beim BASF TC Ludwigshafen. Mit 6:3 bezwangen die Ludwigshafener bei der Heimpremiere in der zweiten Tennisbundesliga den TC Augsburg Siebentisch und meldeten sich damit nach zuvor zwei unglücklichen Niederlagen im Kampf um den Klassenverbleib zurück. Jede Menge glückliche Gesichter also – und ein sehr unglückliches.
Die verschlagene Vorhand ins Aus wirkte nicht wie aus dem Spitzentennis, sondern hätte vom Bewegungsablauf auch auf jedem unterklassigen Tennisplatz der Region geschlagen werden können. Unmittelbar danach verlies Nicola Kuhn nach nur einem gespielten Aufschlagspiel den Platz. „Er war schon vorher angeschlagen“, verriet BASF-Trainer Denis Gremelmayr, der hofft, dass sich der 25-Jährige möglichst schnell wieder erholt. Immerhin war Kuhn für die gesamte Runde fest bei den Ludwigshafenern eingeplant. „Bei ihm müssen wir jetzt erst einmal abwarten“, dämpfte Gremelmayr die Erwartungen.
Grund zum Jubel
Andere Ludwigshafener hatten deutlich mehr Grund zur Freude. Der Brasilianer Pedro Boscardin Dias zum Beispiel, der bei seiner Ludwigshafen-Premiere dem Tschechen Jiri Barnat beim 6:2, 6:2 keine Chance ließ. Nicht nur deshalb strahlte der 22-Jährige: „Das war bis jetzt mein bestes Spiel, seit ich hier in Deutschland bin. Ich habe mich von Spiel zu Spiel gesteigert.“ Eine Kampfansage an die Konkurrenz. Immerhin hat der im südbrasilianischen Joinville geborene Boscardin Dias bislang alle drei Einzel für seinen neuen Club gewonnen. „Pedro belebt die Mannschaft auf allen Ebenen“, freut sich BASF-Trainer Denis Gremelmayr über die gelungene Neuverpflichtung. Er meint damit nicht nur die sportliche Komponente. „Pedro ist auch in der Kabine schon ein Faktor.“
Der 22-Jährige selbst fühlt sich in Ludwigshafen offensichtlich schon pudelwohl. Dazu hat schon die vergangene Trainingswoche beigetragen. „Ich habe hier in Ludwigshafen trainiert. Dadurch habe ich die Bedingungen besser kennengelernt.“
Enge Saison erwartet
Von ihm ist daher noch einiges zu erwarten. Und das wird auch nötig sein, denn der Kampf um den Klassenverbleib könnte in diesem Jahr so eng werden wie selten zuvor. „Es ist alles brutal ausgeglichen“, warnt Gremelmayr. Das weiß auch der brasilianische Neuzugang. „Die ersten Spiele waren schon sehr knapp. Eigentlich haben wir auch bei den beiden ersten Spielen gut gespielt, aber uns hat ein bisschen das Glück gefehlt.“ Umso wichtiger, dass es die BASF-Herren erst gar nicht auf den Faktor Glück ankommen lassen, sondern ihre Matches so klar dominieren, wie der 22-Jährige bei seiner Heimpremiere. Der hat mit seinen technischen Fertigkeiten, seinem druckvollen Spiel und vor allem mit seinem jugendlichen Alter alle Voraussetzungen eines langfristigen Publikumslieblings. Er konnte bereits nach den Einzeln jubeln. „Dieser Spieltag war für uns sehr wichtig.“ Und er wollte seinen Beitrag auch über das eigene Match hinaus leisten: „Jetzt gehe ich meine Mannschaft anfeuern.“
Offensichtlich mit Erfolg, denn nach dem unglücklichen Matchende von Nicola Kuhn gingen alle weiteren fünf Einzel an den BASF TC, stand damit der Sieg für die Gastgeber vor 500 Zuschauern schon früh fest. Sehr zur Erleichterung von Denis Gremelmayr. Entwarnung wollte er deshalb aber noch längst nicht geben. Das wird noch eine sehr enge Saison, die vor allem mich sehr viel Nerven kosten wird“, prognostizierte er.