Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Zweite Liga: Talent verhilft Eulen Ludwigshafen zum Heimsieg

Wehrt gegen Großwallstadt 40 Prozent der Feldwürfe ab: Eulen-Schlussmann Mats Grupe.
Wehrt gegen Großwallstadt 40 Prozent der Feldwürfe ab: Eulen-Schlussmann Mats Grupe.

Die Eulen Ludwigshafen verschaffen sich mit dem Sieg gegen den TV Großwallstadt Luft zur Abstiegszone der Zweiten Bundesliga. Ein Talent hilft tatkräftig mit.

Es sind noch wenige Minuten zu spielen, da stimmen die 2109 Menschen in der Friedrich-Ebert-Halle in Ludwigshafen lauthals „Sweet Caroline“ an. So befreit wie die Fans sehen in diesem Moment auch die Gesichter der Eulen-Akteure aus. Nur wenige Minuten zuvor, der Zweitligist führte gerade einmal mit drei Toren gegen den TV Großwallstadt, war ein anderes Bild zu sehen. Die „emotionalen Leader“, wie Mex Raguse sie später bezeichnen sollte, Kian Schwarzer und Kapitän Maximilian Haider, hatten in dieser noch einmal engen Phase des Spiels die Zuschauer aufgefordert, die Mannschaft zu unterstützen. Und die Menschen auf den gut gefüllten Rängen ließen sich nicht lange bitten. Und so erschallt nach der Schlusssirene einmal mehr die „Humba“, da die Eulen die Gäste aus Großwallstadt mit 31:27 (17:11) besiegt hatten.

Yessine Meddeb, vor der Saison nach Großwallstadt gewechselt, erlebt einen frustrierenden Abend bei seiner ersten Rückkehr an die alte Spielstätte. „Es herrschte eine große Anspannung vor der Partie. Wir haben nicht gut ins Spiel gefunden, unsere Abläufe haben nicht funktioniert“, blickt er enttäuscht zurück. Es hätten einfach einige Kleinigkeiten gefehlt. Großwallstadts Trainer Andre Lohrbach stimmt ihm später zu: „Ich habe viele Schwächen in vielen Bereichen gesehen“, stellt er fest und belässt es bei der kurzen Stellungnahme. Dennoch freute sich die Ex-Eule Meddeb über die „tolle Stimmung“ an diesem Abend.

Starker Schlussmann

Ein Grund, dass die Eulen früh 4:1 in Führung liegen, ist Torhüter Mats Gruppe, der von Beginn an aufläuft. Der junge Schlussmann sorgt mit seinen Paraden dafür, dass die Gastgeber gut in die Partie starten. „Die Abwehr hat heute gut gestanden. Sie haben mir die Arbeit erleichtert“, bedankt sich der 21-Jährige bei seinen Vorderleuten. „Wir haben den Anspruch, jedes Heimspiel zu gewinnen“, nennt er als Ziel, das sein Team umsetzt. Erst gegen Ende der Partie darf der erfahrene Ziga Urbic den Platz zwischen den Pfosten einnehmen. Bilanz für Grupe: 40 Prozent der Feldwürfe hat er entschärft. Ein respektabler Wert.

Ein wenig geschont wird dagegen Mex Raguse. Der beste Torjäger der Mannschaft befindet sich sozusagen noch in der Wiedereingliederungsphase. „Ich komme langsam wieder rein. Schließlich habe ich drei bis vier Monate gefehlt“, sagt er nach dem Spiel. „Es fehlt noch ein wenig die Spielpraxis und das Ballgefühl. Das will ich mir im Training und natürlich wieder in den Spielen holen“, gibt er sich zuversichtlich, zu alter Stärke zurückzufinden. Vier Tore – einige in der Crunchtime vier Minuten vor Schluss – steuert Raguse zum Eulen-Sieg bei.

In Hamm weitermachen

Ein Beobachter an diesem Familientag in der Eberthalle ist der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer. Er hatte den Eulen Ludwigshafen nach eigener Aussage die „Daumen gedrückt und viel Spaß“: „Es ist mindestens das dritte Spiel, das ich in der Eberthalle verfolge“, erklärt der Südpfälzer. Auch er ist angetan von der guten Stimmung auf und rund um das Handballfeld. Es werde nicht sein letzter Besuch eines Handballspiels in Ludwigshafen gewesen sein, verspricht er.

„An diese Leistung sollten wir jetzt in Hamm anknüpfen“, fordert derweil Mats Gruppe. Gerade im defensiven Bereich überzeugen die Eulen gegen Großwallstadt. Und auch der Trainer ist zufrieden: „Wir haben völlig verdient gewonnen. Da wollen wir am Freitag in Hamm weitermachen“, fordert Johannes Wohlrab seine Mannschaft auf, endlich wieder auswärts für ein Erfolgserlebnis zu sorgen.

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