Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Zweite Liga: Eulen Ludwigshafen siegen beim Aufstiegsaspiranten

Auswärtssieg: Die Mannschaft der Eulen Ludwigshafen feiert in Lübbecke.
Auswärtssieg: Die Mannschaft der Eulen Ludwigshafen feiert in Lübbecke.

Damit hat kaum jemand gerechnet. Beim Zweitliga-Aufstiegskandidaten TuS Nettelstedt-Lübbecke gewinnen die Eulen Ludwigshafen deutlich. Trainer Johannes Wohlrab weiß, was in den kommenden Tagen wichtig sein wird.

Johannes Wohlrab ist ein Mann klarer Worte. Der Cheftrainer des Handball-Zweitligisten Eulen Ludwigshafen ist auch einer, der seinen Emotionen freien Lauf lassen kann und kurz danach wieder an Demut erinnert. Kaum hatte seine Mannschaft mit der bisher stärksten Leistung in der laufenden Saison überzeugt, bremste der 38-Jährige noch vor der mitternächtlichen Heimfahrt die Euphorie nach dem starken Auftritt und dem 41:31 (22:14)-Sieg seiner Mannschaft beim bisherigen siegreichen Aufstiegsanwärter TuS Nettelstedt-Lübbecke. Mit 6:2 Zählern dürfen sich die Eulen jetzt in Richtung oberes Tabellendrittel orientieren. „Ich ziehe den Hut vor meiner Mannschaft, vor der Energie, vor der Mentalität, vor der mannschaftlichen Geschlossenheit. Wir waren am Maximum. Meine Jungs waren im Kopf bereit, über die Schmerzgrenze zu gehen“, zeigte sich Wohlrab nach dem Kraftakt am Freitagabend nach der „intensiven Woche“ erleichtert.

Dagegen war Michael Haaß, der Coach der Ostwestfalen am Ende restlos bedient. „Es gibt so Tage, wo gar nichts geht. Bei uns lief gar nichts zusammen. Das tut weh. Das Spiel war zur Halbzeit gegessen. Wir sind auf eine Mannschaft getroffen, die sich extrem gewehrt hat. Dass wir dann so auseinander gebrochen sind. 41 Gegentore sind indiskutabel.“ Das Kollektiv der Eulen machte diesmal den Unterschied aus.

Geduldig und fokussiert

Die Art und Weise, wie die Mannschaft aufgetreten ist, sprach Bände. Auch deshalb, weil sie 48 Stunden zuvor im DHB-Pokal im Einsatz war, dazu erst am Spieltag die Reise nach Lübbecke antrat und damit nur einen Tag zur Regeneration hatte. „Wir haben damit nicht unbedingt gerechnet, aber daran geglaubt haben wir schon. Wir hatten heute eine starke Abwehr und ein gutes Tempospiel, haben viele einfache Tore gemacht und so große Sicherheit im Angriff bekommen. Lob an die ganze Mannschaft. Alle waren heiß, haben Vollgas gegeben, auch auf der Bank waren die Emotionen da“, sagte Spielmacher Sebastian Trost.

Ein Extralob verdiente sich Neuzugang Mex Raguse. Der gebürtige Berliner ging voran, gefiel mit seiner Spielfreude und Kreativität. „Mex hatte heute mega Feuer drauf“, stellte Wohlrab fest. Der Halblinke gab das Kompliment auch an seine Kameraden weiter. „Jeder Einzelne hat seinen Beitrag geleistet. Uns ist fast alles gelungen. Ich finde, wir haben viele Situationen auf den Punkt ausgespielt.“ Die Eulen blieben über weite Strecken geduldig, fokussiert und ließen sich nicht zu unnötigen Aktionen hinreißen. Die Disziplin im Spiel sorgte auch dafür, dass ihnen kaum technische Fehler unterliefen und sie mit zunehmender Spieldauer ihre Sicherheit fanden.

So gelang den Eulen auch im Angriff diesmal eine gute Wurfquote. So konnten sich bis auf Marc Robin Eisel und Mihailo Ilic alle Akteure in die Torschützenliste eintragen. Die Gäste aus Ludwigshafen hatten nach der Führung jederzeit die Partie unter Kontrolle, auch wenn das Torhüter-Duo Mats Grupe und Ziga Urbic in der zweiten Hälfte nur noch drei Bälle abwehren konnten. Deshalb sei die Zielvorgabe von maximal 28 Gegentoren nicht erreicht worden. Das ist auch derzeit noch die Schwachstelle der Eulen. „Wir sollen jetzt nicht glauben, wir sind eine Top-Mannschaft. Nein, wir müssen uns jetzt sehr gut regenerieren, dann weiter fokussiert auf die nächste Aufgabe schauen. Nur das zählt, nur das eine Spiel, dann schauen wir wieder weiter. Demütig sein, das bleibt ein ganz wichtiges Wort in dieser Saison“, sagte Wohlrab.

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