Ludwigshafen Zweite Amtszeit für Rene Dillmann

Rene Dillmann geht in seine zweite Amtszeit als Vorsitzender der Vertrauensleute der IG BCE bei der BASF SE. Neu an seiner Seite ist als Stellvertreter Timo Münch, der Stefanie Reisinger ersetzt. Sie wurde in den Betriebsrat gewählt.
Schon vor vier Jahren hatte Dillmann die Standortvereinbarung als großes Ziel. Dies wird ihn auch in seiner zweiten Amtszeit begleiten: „Wir hoffen im neuen Jahr auf eine neue Vereinbarung mit dem Unternehmen.“ Gerade in den Jahren 2008/2009 hätten die Kollegen den sicheren Arbeitsplatz schätzen gelernt. Er erhofft sich außerdem eine stärkere Einbindung der rund 35 Prozent außertariflich Beschäftigten im Werk Ludwigshafen in die Ziele der Gewerkschaft. Auch erwartet er eine Reaktion der BASF auf die ab dem Jahr 2017 ausscheidenden Fachkräfte. „Wir müssen bedenken, ob wir die Altersabgänge ab diesem Jahr auffangen können. Aus unserer Sicht genügt die Zahl der Einstellungen an Auszubildenden aktuell dafür nicht. Hier wollen wir nicht lockerlassen“, kündigte er an. Im Rückblick auf die vergangenen vier Jahre räumte er Fehler ein, zog aber eine insgesamt positive Bilanz: „Sicher haben wir aus Sicht unserer Kollegen nicht alles richtig gemacht, aber vieles würde ich genauso wiedermachen“, sagte der 56-jährige Handwerker gestern nach seiner Wiederwahl. Er sehe seine Position weiterhin als Vermittler der Ziele der Gewerkschaft an die Kollegen und auch als Bindeglied zwischen Unternehmensleitung und Mitarbeitern. Außerdem erhofft er sich von seinem Gremium in den kommenden vier Jahren mehr aktive Einmischung in Problemfelder und weniger Reaktion. So sei bereits heute die Situation ansteigender Energiepreise bekannt, wodurch energieintensive Betriebe am Werk Ludwigshafen, wie Steam-cracker oder Ammoniakanlage, als Neuinvestition wohl nicht wieder in Deutschland aufgebaut werden. „Wenn man um solche Situationen schon frühzeitig weiß, dann kann man auch schon frühzeitig gegensteuern“, sagte Dillmann. Und auch für das Dauerproblem der Personalüberlastung wünscht er sich eine Lösung. „Wir haben schon heute Schichten, die an der Grenze zur Unterbesetzung liegen und in der Urlaubszeit oder bei Krankheiten Probleme haben. Hier muss die Unternehmensleitung reagieren.“ Schließlich gehe es allen gemeinsam darum, gute Arbeit abzuliefern. „Deshalb wollen wir auch nicht jammern, sondern konkrete Verbesserungsvorschläge machen.“ Zum neuen Vorstand gehören neben Dillmann und Stellvertreter Timo Münch die Beisitzer Michael Fützenreiter, Ralf Waldherr, Wolfgang Reindel, Beatrix Cunningham, Marco Koob, Thomas Meeß und Ronny Knüttel. Die Vertrauensleute wollen vom Vorstand auch eine Aussage zum Jubiläumsjahr. „Immerhin wird hier seit 150 Jahren innovativ gearbeitet. Nicht von den Vorständen, sondern von den Mitarbeitern“, so IG BCE-Bezirksleiter Roland Strasser. (env)