Ludwigshafen Zusammen mit dem Bus zur Bühne

«Ludwigshafen.»Große Opern wie die „Zauberflöte“ und „Fidelo“, aber auch einen humoristischen Abend mit Loriots Kurzversion von Richard Wagners „Ring“– der aktuelle Spielplan des Mannheimer Nationaltheater verspricht ein vielseitiges Programm. Die Saison ist gestartet und die Karten bei den Gruppenleiterinnen endlich eingetroffen. In einer Vorstellung (WELCHER) wird Tatort-Kommissarin Ulrike Folkerts auf der Bühne stehen, es ist ein modernes Stück. Darauf freut sich Jutta Stephany, Leiterin Abo-Gruppe in Dannstadt, besonders. Seit drei Jahren managt die 68-Jährige die Gruppe mit 28 Mitgliedern. Dazu kommt noch die Gruppe aus Hochdorf-Assenheim mit 16 Teilnehmern, die von ihrer Kollegin Brigitte Lenz betreut wird. „Mit 44 Personen sind wir eine Riesengruppe – und gerade haben wir wieder neue Mitglieder bekommen“, erzählt Jutta Stephany und freut sich über das Interesse. Dadurch haben die Mitglieder einen Vorteil: „Wir füllen einen Bus.“ Der startet eine Stunde vor der Vorstellung und fährt verschiedene Stationen an, etwa Meckenheim, Hochdorf und Assenheim, Dannstadt und noch eine Haltestelle in Schauernheim. Dann geht es direkt nach Mannheim bis vor die Tore des Nationaltheaters. Das sei natürlich eine sehr bequeme Möglichkeit, meint Stephany. Dieser Service spreche vor allem diejenigen an, die nicht gerne abends Auto fahren, also vor allem das ältere Publikum: „Unser ältestes Mitglied, die leider gerade ausgeschieden ist, war 94 Jahre alt“, berichtet Jutta Stephany. Andererseits sei es aber auch schwer, Jüngere für ihre Gruppe zu begeistern: „In der Altersgruppe zwischen 30 und 40 Jahren bekommt man niemand.“ An den Theaterabenden in der Gruppe schätzen die Mitglieder vor allem das Gemeinschaftserlebnis: „Es wird erzählt, und es ist immer etwas los“, erzählt Stephany. Es herrsche ein freundschaftliches Verhältnis untereinander. Darüber hinaus bietet die Seniorin noch einiges an Service für ihre Gruppe: Sie besorgt die Karten, die im Regional-Abo günstiger sind, und fährt sie zu den Leuten nach Hause, kauft auch Zusatzkarten und nimmt Karten zurück. „Ich bin pensionierte Lehrerin und habe Zeit“, erklärt die Theaterbegeisterte, schon als Jugendliche hatte sie ihr erstes Abonnement. Das Programm mit insgesamt elf Vorstellungen sucht sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Bettina Lenz aus. Manchmal bekomme sie auch mal von den Theater-Mitarbeiterinnen einen Tipp: „Die Damen haben ein Gefühl dafür, welche Vorstellung uns gefällt.“ Für die Regional-Abo-Gruppe aus Böhl-Iggelheim startet die Saison 2017/2018 bereits am Samstag. „Der Beginn ist immer etwas Besonderes“, weiß Eleonore Leist. Sie leitet die Gruppe seit knapp 20 Jahren. Die 22 Mitglieder fahren nicht mit dem Bus nach Mannheim, sondern bilden Fahrgemeinschaften mit ihren Autos. Das liege zum einen an der Teilnehmerzahl. „Für 22 Personen lohnt sich ein Bus nicht“, meint die Leiterin. Zum anderen sind die Mitglieder Mitte 50 bis etwa Mitte 70, sodass es noch genug Leute gebe, die Auto fahren. Zudem sei ihre Gruppe bunt gemischt: „Es sind auch Leute aus Altrip, Schifferstadt, Dannstadt, Speyer, Dudenhofen und Albisheim dabei“, erzählt Leist. Das sei vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda gekommen: „Es hat sich herumgesprochen.“ Sie rühre zwar immer wieder die Werbetrommel – auch in ihrer Heimatgemeinde –, doch die Resonanz sei gering. Das finde sie schade. Dabei habe das Regional-Abo doch sehr viele Vorteile: „Die Mitglieder brauchen sich um nichts zu kümmern“, sagt Eleonore Leist, die Preise seien günstiger und man fährt in Gemeinschaft ins Theater „Es ist eine schöne, nette Gruppe. Es ist ein richtiger Freundeskreis geworden“, sagt die Böhlerin. Sobald das neue Programm bekannt ist, bezieht sie ihre Gruppe bei der Planung mit ein, über die Stücke, die besucht werden sollen, „wird demokratisch abgestimmt“, erklärt sie. Interessanterweise gebe es wenig Diskussionen und oft sei man sich ziemlich schnell einig. Und auch wenn mal ein Stück dabei gewesen sei, das man nicht kannte, „waren wir meistens ganz positiv überrascht“, sagt Ehemann Klaus Leist. Das kann auch Jutta Stephany bestätigen: „Ich habe durch das Abo Stücke kennengelernt, in die ich sonst nie gegangen wäre.“ Die Abo-Gruppen —Birkenheide: Heimat- und Kulturverein, Gertraud Stein, Telefon 06237/5618, E-Mail: gertraud.stein@gmx.de (Gemeinschaftsabo) —Böhl-Iggelheim: Eleonore Leist, Telefon 06324 64177; —Dannstadt-Schauernheim: 06234 /9292044, E-Mail: juttastephany@t-online.de —Hochdorf-Assenheim: Brigitte Lenz, Telefon 06231/7176; —Limburgerhof: Cristina Tarrus, Telefon 06236/408173, E-Mail: ctarrus@aol.com —Maxdorf: Iris von Baumbach, Telefon 06231 407998; —Mutterstadt: Petra Böhnke-Frey, Telefon 06234 6427, E-Mail: regionalmutterstadt@gmx.de —Wer selbst eine Abo-Gruppe gründen möchte, kann sich an das Nationaltheater Mannheim wenden, zuständig ist Doris Brachmann, Telefon 0621/1680-532, E-Mail: doris.brachmann@mannheim.de oder Bettina Rochow, Telefon 0621/1680-310.