Ludwigshafen Wunderbare Sänger

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Kompositionen aus fünf Jahrhunderten hat das Männervokalensemble „Man(n) singt“ a cappella bei einem Konzert in der Protestantischen Kirche Mutterstadt präsentiert. „Evolution“ war das Programm überschrieben.

Die elf jungen Sänger zeigten auf, wie sich der männliche Chorgesang im Laufe der Zeiten entwickelt hat: von der artifiziellen Polyphonie der Renaissancezeit über die gefühlvollen Kunst- und Volkslieder der Romantik bis zu den von der Popmusik bestimmten, stark rhythmisch geprägten Songs zeitgenössischer A-cappella-Gruppen. Trotz des heftigen Gewitters direkt vor Konzertbeginn war die Mutterstadter Kirche fast voll besetzt. „Man(n) singt“ glänzte mit wunderbar klangschönen und lebendigen Wiedergaben. In diesem Jahr kann das Ensemble sein zehnjähriges Jubiläum feiern. Gegründet wurde „Man(n) singt“ 2007 von dem jungen Kirchenmusiker Peter Gortner, der als 2. Tenor mitsingt und die Truppe heute noch leitet, aus ehemaligen Mitgliedern der Evangelischen Jugendkantorei der Pfalz. Anfangs waren es sieben Mitglieder, heute ist „Man(n) singt“ in voller Besetzung auf zwölf Sänger angewachsen, die teils als Kirchenmusiker tätig sind, vielfach aber in anderen Berufen arbeiten. Über gut ausgebildete, schöne Stimmen verfügen sie alle. Da wird durchweg sehr klar und rein gesungen. Die Einsätze kommen präzise, der Ensembleklang ist von größtmöglicher Homogenität. Dazu verstehen die Sänger, jeder Epoche, jedem Stil gerecht zu werden und einem jeden Stück eine Menge Leben einzuhauchen. Die musikalische Zeitreise begann in der Renaissance mit zwei Sätzen von Jacobus de Kerle, dessen kunstvolle Polyphonie vom Ensemble eindrucksvoll herausgearbeitet wurde. Einem mehr homophonen Schönklang huldigte der ebenfalls im 16. Jahrhundert lebende Engländer Thomas Tallis. Es folgten zwei Kabinettstückchen der Renaissancemusik, die von „Man(n) singt“ genussvoll zelebriert wurden. Zunächst Josquin Desprez’ Chanson „El grillo“, bei dem die Lautmalereien schön dargestellt und dabei die Stimmverläufe immer gewahrt blieben. Dann das ausgelassen, aber kontrolliert gesungene Trinklied „Tourbion“ von Pierre Attaigant. Eine ganz andere Klangwelt dann bei der Romantik mit ihrer Emotionalität und weiten, farbigen Harmonik. Eindringlich und packend erklang Felix Mendelssohns „Beati mortui“. Das 19. Jahrhundert war das große Zeitalter der Männergesangvereine, und der Großmeister des Männerchorklangs war Friedrich Silcher. Seine schlichten und gemütvollen, aber kunstvoll gesetzten Weisen sind zu Volksliedern geworden. Die Wiedergabe von „Am Brunnen vor dem Tore“ oder „Das Lieben bringt groß Freud“ gingen in ihrer Klarheit und Eindringlichkeit zu Herzen, ebenso „Nun leb wohl, du kleine Gasse“. Das leicht sentimentale Lied soll das Lieblingslied des so komplex-intellektuellen Franz Kafka gewesen sein. Bei einer Interpretation wie von „Man(n) singt“ versteht man das. Zum Schluss dann noch der Schritt in die musikalische Gegenwart. Auch den A-cappella-Pop pflegt die Gruppe gerne und kompetent. Das bewies sie mit zwei Liedern der Wise Guys.

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