Wasserball RHEINPFALZ Plus Artikel WSV Ludwigshafen sieht sich im Derby in Neustadt als Außenseiter

Die Abwehr des WSV, hier Jonas Pohle und Kai Widmann (weiße Kappe von links), wird am Sonntag im Zweitliga-Derby beim SC Neustad
Die Abwehr des WSV, hier Jonas Pohle und Kai Widmann (weiße Kappe von links), wird am Sonntag im Zweitliga-Derby beim SC Neustadt besonders gefordert sein.

In der Zweiten Bundesliga der Wasserballer steht für den WSV Vorwärts Ludwigshafen am Sonntag das Derby beim SC Neustadt an. Beide Teams sind noch ungeschlagen. Dennoch tritt der WSV nicht gerade optimistisch an – aus mehreren Gründen.

Es ist ein nominelles Spitzenspiel in der Zweiten Bundesliga der Wasserballer, wenn der ungeschlagene WSV Vorwärts Ludwigshafen am Sonntag um 14 Uhr beim unangefochtenen Spitzenreiter SC Neustadt antritt. Von einem Duell auf Augenhöhe will WSV-Trainer Pierre Hilbich aber nichts wissen. „Dafür ist Neustadt einfach zu stark.“

Nein, sonderlich optimistisch geht Hilbich nicht in das Auswärtsspiel. Seit dem Aufstieg vor mittlerweile 16 Jahren ist Neustadt ein kleines bisschen die Nemesis der Ludwigshafener. Zunächst gab es dabei keinen direkten Kontakt zum ehemaligen Erstligisten, aber auch wenn der SCN mal mehr, mal weniger freiwillig in Liga zwei seine Runden drehte – für den WSV Ludwigshafen gab es weder im eigenen kleinen Becken noch in dem ungewohnten Großbecken in Neustadt etwas zu holen.

Neustadt gewaltig verstärkt

Das sich daran etwas ändern wird ist auch am Sonntag unwahrscheinlich. Das liegt zum einen daran, dass die Gastgeber nach dem freiwilligen Rückzug aus der Ersten Liga gewaltig verstärkt haben und den direkten Wiederaufstieg anstreben, zum anderen aber auch an den Personalsorgen bei den Ludwigshafenern. Bei denen fällt Mannschaftskapitän Benjamin Hettich weiter verletzt aus. Immerhin: Im Vergleich zum letzten Auswärtssieg in Darmstadt wird Martin Görge wieder mit dabei sein, der genau so wie sein Bruder Oliver auch schon die Neustadter Badekappe getragen hatte. Ob jedoch auch Oliver Görge am Sonntag mit ins Wasser geht, entscheidet sich erst kurzfristig.

Die Favoritenrolle ist also klar an die Gastgeber vergeben, die in den ersten drei Saisonspielen jeweils siegreich waren, dabei auch schon bei der ebenfalls ambitionierten Mannschaft aus München gewonnen haben. „Neustadt ist einfach eine enorm starke Truppe“, fasst Hilbich seine Einschätzung der Gastgeber kurz und knapp zusammen und verweist auf die Torschützenliste der Zweiten Liga. Die wird aktuell zwar vom Neu-Ludwigshafener Jonas Pohle angeführt, dahinter stehen jedoch mit Matthias Held Xaver Schädler und Timo van der Bosch drei Neustadter unter den ersten Fünf – ein Beleg für die große Ausgeglichenheit und Torgefahr aufseiten des SCN.

Neuzugang beim WSV aus Kaiserslautern

Vielleicht schickt Pierre Hilbich ja eine Geheimwaffe dagegen ins Wasser. Dirk Feddeck aus Kaiserslautern hat sich kurzfristig dem WSV Vorwärts angeschlossen. Aber ob der ehemalige Oberligaspieler den Ludwigshafenern wirklich auf Anhieb helfen kann, ist zumindest fraglich. Trotzdem schließt Hilbich zumindest Einsatzzeit für den Neuzugang im Derby nicht aus. Vieles könne der WSV ohnehin nicht über individuelle Klasse, sondern lediglich über das taktische Kollektiv klären. Zumindest einen Teil der Ausrichtung verriet der WSV-Trainer schon vor dem Spiel: „Wir wollen versuchen, die Konter des SCN zuzustellen.“ Denn den einen, unfehlbaren Spielzug, mit dem die Überraschung gelingen könnte, hat der WSV Vorwärts auch am Sonntag wohl nicht im Repertoire.

Teams kennen sich gut

Das wäre ohnehin schwer, denn in den letzten Jahren haben beide Vereine gut zusammengearbeitet, konnten die Ludwigshafener vor Spielen auf dem Großfeld auch gemeinsame Trainingseinheiten in Neustadt absolvieren. Beide Mannschaften kennen sich also gut. Gut genug auf alle Fälle, um die Kräfteverhältnisse schon vor dem Spiel realistisch abschätzen zu können. Entmutigen lasse man sich davon aber nicht, versicherte Hilbich: „Wir werden am Sonntag in der bestmöglichen Aufstellung nach Neustadt fahren und einfach unser Spiel machen.“ Immerhin konnte der WSV in der kurzen Spielpause an noch immer vorhandenen Defiziten arbeiten. Und so freuen sich Trainer, Spieler und auch die aus Ludwigshafen mitreisenden Zuschauer auf ein weiteres Lokalderby beim „großen Bruder“. Und natürlich hoffen alle kleinen Brüder darauf, den Größeren möglichst lange zu ärgern.

x