Wasserball
WSV Ludwigshafen setzt sich gegen harte Nürnberger durch
„Es war das erwartete Spiel“, sagte WSV-Mannschaftskapitän Benjamin Hettich mit Blick auf 15 gegenüber 18 Strafzeiten sowie eine glatte Rote Karte gegen WSV-Akteur Martin Görge. Immerhin stimmte nicht nur die Überzahlquote seiner Mannschaft, sondern die Gastgeber steckten auch den Ausschluss von Routinier Görge nach dessen rüdem Foulspiel souverän weg, gerieten über die gesamte Spielzeit nie in Gefahr. „Wir sind längst nicht mehr abhängig von nur einem Spieler, sondern wir können die Aufgaben verteilen“, sagte Hettich, der entgegen seiner Ankündigung nicht selbst im Wasser war, sondern stattdessen das Betreuerteam für den kurzfristig fehlenden Cheftrainer Pierre Hilbich ergänzte.
Zwei Treffer durch Johannes Schmitz beruhigten das Spiel schon in den ersten beiden Minuten. Und auch der zwischenzeitliche Ausgleich warf den WSV nicht aus der Bahn. Im Gegenteil. „Wir haben uns andauernd gute Chancen herausgespielt und diese dann auch gut genutzt“, bilanzierte Hettich. Vier der ersten fünf Angriffe führten zu Torerfolgen und auch die Deckung arbeitete gegen die knochenhart spielenden Gäste gut. Die 5:3-Führung nach dem ersten Abschnitt entsprach den Kräfteverhältnissen im Wasser.
Trotz Rot kein Bruch im WSV-Spiel
„Wir hatten uns vorgenommen, nicht auf die Provokationen zu reagieren“, umschrieb Hettich die Marschroute, die Andreas Görge als Interimstrainer ausgegeben hatte. Das funktionierte insgesamt gut, wenn auch nicht immer. Kurz vor dem zweiten Pausenpfiff kassierte Martin Görge die Rolle im Zurückschwimmen nach einem missglückten Angriff. Dabei lagen die Schiedsrichter zwar richtig, hatten aber einmal mehr erst die Reaktion auf ein vorhergehendes Foul eines Nürnbergers geahndet.
Und trotzdem kam es zu keinem Bruch im Spiel der Gastgeber. Im Angriff übernahmen andere die Position des besten Torschützen der Vorsaison, in der Abwehr hielt das Bollwerk ebenfalls als Kollektiv, stand Simon Sommer im Tor dahinter seinen Vorderleuten in nichts nach. Beispielhaft dafür war seine Doppelparade gegen Vladislav Roman und Victor Trusico nach dem Seitenwechsel. In Unterzahl verhinderte er dabei den Anschluss der Nürnberger, ermöglichte auf der anderen Seite die Vorentscheidung durch David Greine, Jonas Pohle, Lukas Rolko und Oliver Görge, die den 9:6-Vorsprung bis zur letzten Pause auf 13:7 ausbauten.
Ausgeglichene Bank als Plus
Einer der Schlüssel dafür sei ausgeglichen besetzte Bank gewesen, so Hettich. „Immer wenn es im Wasser etwas hektisch wurde, konnten wir wechseln und die Leute auf der Bank wieder beruhigen.“ Einen Qualitätsverlust gab kaum. Und so steuerte der WSV mit viel Ruhe und Routine dem zweiten Heimsieg entgegen. Zwei weitere Tore von Oliver Görge – mit fünf Treffern erfolgreichster WSV-Schütze – und einer von David Greine (insgesamt vier Tore) sorgten nicht nur für klare Verhältnisse, sondern ließen fast vergessen, dass in Schmitz das Spiel für einen weiteren WSV-Leistungsträger nach der dritten Strafe vorzeitig beendet war. „Das war insgesamt ein gutes Spiel von uns“, freute sich Hettich, der trotzdem nicht ganz zufrieden war, gerne endlich selbst wieder mitgespielt hätte. „Mein Ziel ist unser nächstes Heimspiel gegen München“, verriet er.