Ludwigshafen Wohnqualität kostet

Demografischer Wandel, energetische und barrierefreie Sanierung oder Konversion – die Probleme der Wohnungsunternehmen in der Metropolregion und auch darüber hinaus sind ähnlich gelagert. Deshalb haben sich elf Firmen zur Initiative „Urban Plus“ zusammengeschlossen. Seit zehn Jahren ist der Gesprächskreis damit zentraler Baustein und Ansprechpartner der Metropolregion Rhein-Neckar zum Thema „Wohnen“.
„Es hat sich in den vergangenen zehn Jahren viel getan“, erläuterte Matthias Hensel, Geschäftsführer der BASF Wohnen + Bauen zur Jubiläumspressekonferenz der elf Unternehmen, zu denen unter anderem die GAG Ludwigshafen, die GBG Mannheim und auch die GGH Heidelberg gehören. Zusammen vertreten die Unternehmen von Darmstadt bis Kaiserslautern rund 73.500 Wohnungen. „Und wir stehen nicht in einem direkten Wettbewerb zueinander. Das erleichtert die Zusammenarbeit“, so Hensel. Er blickte auf eine echte Erfolgsgeschichte der Zusammenarbeit zurück, bei dem ein Wohnungsunternehmen von der Erfahrung eines Partners profitieren könne. So haben Mannheim und Heidelberg sehr viel vom Austausch mit der Bau AG Kaiserslautern zum Themenfeld der Konversion mitgenommen, bestätigten die beiden Geschäftsführer Karl-Heinz Frings (GBG) und Peter Bresinski (GGH). Und nicht nur der Austausch untereinander, sondern auch mit Vertretern aus Industrie, Politik, Handwerk und Wissenschaft sei dabei wichtig. Immerhin sei es das gemeinsame Ziel, die Metropolregion mit Ideen und Visionen gemeinsam weiterzuentwickeln und damit zukunftsfähig zu machen. Hensel nannte dafür konkrete Zahlen. So wurden alleine im Jahr 2013 fast 16 Prozent der 73.500 Wohnungen barrierearm ausgebaut. „Alleine in diesem Jahr betrug die Investitionssumme dafür 260 Millionen Euro“, so Hensel. Eine Zahl, die über die Jahre nur geringen Schwankungen unterliege. „Und rund 200 Millionen davon verbleiben als Aufträge in jedem Jahr im lokalen Handwerk“, verdeutlichte er die wirtschaftliche Bedeutung von „Urban Plus“. Zwei Beispiele für gelungene Sanierungsprojekte nannte GAG-Geschäftsführer Ernst Merkel. „In der Batschkastraße in der Gartenstadt haben wir zwei Hochhäuser saniert und damit nicht nur die Wohnqualität erhöht, sondern auch das Quartier stabilisiert.“ Herausgekommen seien dabei nicht nur zwei Leuchtturm-Beispiele, sondern auch das Handbuch „Barrierereduzierung im Bestand“, an dem Wohnungsunternehmen in der gesamten Republik Interesse zeigen. Außerdem verwies er auf die gelungene energetische Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden Ebert-Siedlung. „Wir können auch Quartier“, bekräftigte Hensel für alle Urban-Plus-Teilnehmer. Und das zu einem günstigen Preis: „Der durchschnittliche Mietpreis der Urban-Plus-Teilnehmer liegt bei 5,21 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und damit deutlich unter den Durchschnittswerten der Mietspiegel von Ludwigshafen (5,57 Euro), Mannheim (6,71) und Heidelberg (8,13).