Ludwigshafen Wochenspiegel:
Sie hatte was vom „Yes, we can“-Wahlkampf á la Obama: die CDU-Kür von Peter Uebel zum Oberbürgermeisterkandidaten am Dienstagabend im Maudacher Julius-Hetterich-Saal. Ikone Eva Lohse will nicht mehr, doch die Tränen sind getrocknet. Der neue Mann und unwiderstehlich bodenständige Doktor („Er ist so normal“, Landesvorsitzende Julia Klöckner) wird wie ein Held gefeiert. Zunächst lässt sich Parteichef Ernst Merkel acht Minuten Zeit, um alle erwähnenswerten der gut 150 Gäste zu begrüßen. Talkrunden folgen. Danach ein Filmbeitrag, der den Arzt aus der Gartenstadt souverän in allen Lebenslagen zeigt: in der Praxis, auf dem Markt, beim Joggen mit den Söhnen, beim Gesellschaftsspiel mit der Familie und natürlich im Stadtrat. Und dann (nach 30 Minuten Gedöns) der mit Musik unterlegte Einmarsch des Hände schüttelnden Hoffnungsträgers. Alle erheben sich. Klatschen. Schilder mit seinem Namen werden hochgehalten. Zum krönenden Finale gibt’s noch eine hundertprozentige Zustimmung. Höhepunkt der Show hätte Klöckners Kommentar zu diesem Traumergebnis werden können. Doch statt „nicht übel“ säuselt sie nur „knapp“ ins Mikro. Nicht übel fühlt sich auch der neue 50-Euro-Schein an, der am Dienstag in der Ludwigshafener Bundesbank-Filiale vielen neugierigen Medienmenschen präsentiert wurde. Für die RHEINPFALZ-Redakteurin war der Termin auf erheiternde Weise auch ein wenig befremdlich. Für die Journalisten gab’s nämlich Geld: cash und auf die Hand. Das bei einem offiziellen Pressetermin? Man witterte Bestechung, Korruption. Doch es waren nur Scheine, die den Journalisten für den Tast-Test kurz in die Hände gedrückt und anschließend auch wieder eingesammelt wurden. (Vielleicht zum heimlichen Bedauern des einen oder anderen Kollegen.) Man sah Moderatoren, Redakteure und Praktikanten Fünfziger im Gegenlicht drehen und wenden, die neuen Sicherheitsmerkmale bestaunen. Ein netter Anblick. Ab Dienstag gibt’s den Schein dann offiziell. Für alle. Ums liebe Geld ging es diese Woche auch bei der Sparkasse Vorderpfalz, die ihre Geschäftszahlen vorstellte und stolz verkündete, in einem Test zur besten Bank in Rheinland-Pfalz gekürt worden zu sein. Weniger gut fürs Image: Die Bank verlangt künftig von gewerblichen und institutionellen Großkunden mit einem Guthaben ab einer Million Euro ein „Verwahrentgelt“ von 0,4 Prozent im Jahr. Betroffen von der Neuregelung sind unter anderem die Stadt Ludwigshafen und auch das kommunale Wohnungsbauunternehmen GAG – letzteres soll von den Minuszinsen erst aus der Zeitung erfahren haben, was den Vorstand gar nicht amüsiert haben soll. Da scheint es Nachholbedarf in Sachen Kundenpflege zu geben – trotz des preisgekrönten Services. Und dann flatterte diese Woche eine tolle Pressemitteilung auf unseren Schreibtisch. In der Walzmühle tut sich etwas: Das Einkaufszentrum präsentiere sich im frühlingsfrischen Gewand, heißt es darin. Werden endlich die Leerstände mit neuen Läden gefüllt? Leider nicht. Aber das Center hat einen prominenten neuen Kunden: denn der Osterhase kommt vorbei – wir sind versucht zu sagen: immerhin einer!