Ludwigshafen Wochenspiegel:

Zwei Jahre hat die BASF gebraucht, um ein stattliches Bürogebäude nicht nur zu planen, sondern auch zu bauen. Angesichts dieser Rasanz kann die Stadt Ludwigshafen wohl nur mit den Ohren schlackern. Immerhin schlägt sie sich schon 13 Jahre damit herum, wenigstens mal die Grundvoraussetzungen für den Bau einer Unterführung vom Hauptbahnhof zur Technologiemeile zu schaffen. Da fällt das Hoffen schwer, man sollte aber nicht ganz davon lassen. Es wurden Mittel in den Haushalt eingestellt! Das ist zumindest ein Indiz dafür, dass es im Rathaus noch ein paar Nasen gibt, die an die Umsetzbarkeit der Sache glauben. Ob es gelingen wird, bevor die lange Stadtstraße 2026 ihren großen Auftritt feiert, oder ob es erst danach so weit kommt? Es dürfen noch Wetten abgeschlossen werden. Im Eifer des Gefechts können Journalisten auch mal granatenmäßig daneben liegen. Uns ist das bei der Berichterstattung über den Fund und die Sprengung einer Flakgranate in Oggersheim am Donnerstagabend passiert. Wie haben das Kaliber verkleinert – und zwar ziemlich drastisch: aus 12,8 Zentimetern wurden 12,8 Millimeter. Die kleinkalibrige Berichterstattung hat gestern einige Leser auf den Plan gerufen, die auf das Missgeschick hinwiesen – und trotz des eigentlich dramatischen Anlasses schmunzeln mussten. Zu unserer Verteidigung: Die Kriegserfahrung in unserer Redaktion liegt bei Null und der Zeitdruck war hoch. Immerhin wussten die Männer vom Kampfmittelräumdienst Bescheid, und haben die Granate so gesprengt, dass niemand zu Schaden kam. Riesenschaden ist bei der Gasexplosion in Ludwigshafen entstanden. Das Unglück hat die Menschen weit über die Stadtgrenzen hinaus bewegt. Über 43.000 Euro sind bisher auf dem städtischen Spendenkonto für die Opfer eingegangen. 140 Euro stammen aus einer ganz besonderen Aktion. In einem Freinsheimer Alten- und Pflegeheim hat eine 86-jährige Seniorin ihre Mitbewohner und das Pflegepersonal angesprochen und Geld gesammelt. Obwohl etliche Heimbewohner nach Angaben des Schwiegersohns lediglich über ein monatliches Taschengeld von um die 100 Euro verfügen, seien sie gerne bereit gewesen, etwas für die unglücksgeschädigten Menschen in Oppau und Edigheim zu geben. Tolle Geste. Ein schönes Wochenende