Ludwigshafen Wissen vermitteln, Helfer finden

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„Demenz – Kompetent im Umgang mit Menschen mit dementieller Entwicklung“ – ist derzeit auf großen Plakaten in den Straßenbahnen zu lesen. Die Aktion wirbt für ein kostenfreies Bildungsangebot für Angehörige von Erkrankten, Ehrenamtliche und Interessierte sowie Beschäftigte im Gesundheitswesen. Das Ziel: Die Versorgung von Menschen mit einer dementiellen Entwicklung soll zukünftig besser gewährleistet werden können.

In Deutschland rechnen Experten bis zum Jahr 2050 mit einer Verdopplung der an Demenz erkrankten Menschen auf etwa vier Prozent der Gesamtbevölkerung. Daher haben sich das Klinikum Ludwigshafen, die Alzheimer Gesellschaft Rheinland-Pfalz und der Demenzverbund Ludwigshafen zu einem Gemeinschaftsprojekt zusammengeschlossen und ein Bildungsprogramm entwickelt. Dieses soll zur Verbesserung der Lebenssituation dieser Personengruppe beitragen. Die BASF unterstützt diese Initiative finanziell. Begonnen hat das Projekt bereits 2014. Der Bedarf für solche Kurse ist da, wie die Teilnehmerzahlen zeigen: Allein im letzten Quartal 2015 nahmen 76 Personen an Schulungen teil. In einer 30-seitigen Broschüre, die jetzt erschienen ist, sind die Angebote für 2016 aufgelistet. Nach dem Baukastenprinzip gliedern sie sich in niedrigschwellige Basiskurse und Vertiefungs-Schulungen. Die kostenfreien Basiskurse wenden sich an Angehörige von Menschen mit dementieller Entwicklung, aber auch an (zukünftige) Ehrenamtliche wie zum Beispiel Patientenbegleiter oder „Grüne Damen“. An vier aufeinanderfolgenden Mittwochen befassen sich die Kursteilnehmer jeweils drei Stunden mit der eigenen Betroffenheit und dem Krankheitsbild Demenz von der Diagnose über den Verlauf sowie die Behandlungsmöglichkeiten. Weiter stehen die Kommunikation und Interaktion mit Menschen mit Demenz im Mittelpunkt. Die Referenten geben außerdem Hinweise, wie man Menschen mit Demenz beschäftigten kann und wie man herausfordernde Situationen im Umgang mit ihnen meistern kann. In den eintägigen, ebenfalls kostenfreien Vertiefungsschulungen werden Themen wie Biografiearbeit, Demenzdiagnostik, Krankenhausaufenthalte von Dementen, Palliative Geriatrie und Demenz oder Demenz-Risikomanagement behandelt. Teilnehmen können Beschäftigte im Gesundheitswesen sowie jeder, der zuvor einen Basiskurs besucht hat. Die Initiatoren hoffen, durch die Bildungsangebote nicht nur das Wissen über die Erkrankung zu verbessern, sondern auch Menschen zu gewinnen, die ehrenamtlich Zeit mit Demenzpatienten verbringen möchten, um so einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen zu leisten und so die Angehörigen zu entlasten. Diese ehrenamtlichen Patientenbegleiter können im Krankenhaus, aber zum Beispiel auch bei der Nachbarschaftshilfe tätig werden. Die ehrenamtlichen Patientenbegleiter werden im Rahmen des Bildungsangebots durch monatliche Supervisionen unterstützt. In diesem Jahr sind drei Basiskurse vorgesehen. Der erste beginnt am 6. April, die weiteren am 22. Juni und 9. November. „Bei großer Nachfrage werden weitere Kurse eingerichtet“, sagt Elke Lehnert vom Klinikum Ludwigshafen. Das Klinikum koordiniert alle Bildungsangebote, die jedoch an verschiedenen Orten in Ludwigshafen stattfinden. Noch Fragen? Weitere Informationen und Anmeldung über das Beratungstelefon der Alzheimer-Gesellschaft Rheinland-Pfalz unter Telefon 0621/569860. Die Broschüre liegt in den Bürgerbüros, bei der Alzheimer-Gesellschaft und in Seniorenheimen aus und ist im Netz unter www.klilu.de zu finden.

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