Ludwigshafen
Wimmelbuch-Projekt: Zeichnerin Brigitte Kuka fertigt Skizzen an
Brigitte Kuka hatte ein Problem: „Ich bin auf der Suche nach Typen“, erklärte die Zeichnerin vor der Arbeit an ihrem fünften Wimmelbuch. Würzburg, Ludwigsburg, Bietigheim-Bissingen und Nürnberg hat sie auf diese Weise schon verewigt. Nicht nur mit den Gebäuden im Hintergrund, sondern auch mit lebendigen Straßenszenen. Auf Motivsuche in Ludwigshafen war der Platz der deutschen Einheit am Dienstag wie leergefegt. Es regnete in Strömen. So konnte die Zeichnerin lediglich einige Skizzen der Rhein-Galerie anfertigen, die selbstverständlich im Wimmelbuch auftauchen wird. „Heute Vormittag waren wir auf der Parkinsel. Da sah es besser aus“, erzählt Kuka. Immerhin konnte sie mit ihren Verlegerinnen Deborah Schulz und Tabea Lerch an den unterschiedlichen Orten die besten Perspektiven suchen.
Klar ist, dass das aktuelle Stadtbild wiedergeben wird. So werden weder das abgerissene Engelhorn-Hochhaus, noch das künftige „Palatineo“ anstelle der ehemaligen „Tortenschachtel“ darin zu sehen sein. „Ich kann schließlich nicht in die Zukunft schauen“, sagt Kuka. Damit würden die Bücher zu Dokumenten der Zeitgeschichte. „Und auch Baustellen können als Bilder für Kinder spannend sein“, findet die Zeichnerin.
Klar ist außerdem, dass prominente Ludwigshafener in dem Buch auftauchen sollen. Mit Rapper Apache 207 liefen aktuell die Abstimmungen, und „Tatort“-Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) werde auf alle Fälle in dem Buch ermitteln, so Kuka. Man habe einen Aufruf auf Instagram (@in.ludwigshafen.wimmelts) gestartet, in dem man unter anderem Vorschläge machen könne, welche Persönlichkeiten unbedingt noch ins Buch müssen. Bis jetzt allerdings noch mit überschaubarem Erfolg, wie Verlegerin Tabea Lerch einräumt. „Aber wir stehen ja auch gerade erst am Anfang.“
Markante Gebäude im Blick
Einen Vorteil hat Brigitte Kuka, für die es ihr 15. Buch sein wird: Sie kennt sich in Ludwigshafen schon ein bisschen aus. „Ich habe eine verwandtschaftliche Bindung hierher und war deshalb schon häufiger in der Stadt.“ So sei beispielsweise sicher, dass der Chemiekonzern BASF im Buch vorkommen werde. Und auch andere markante Gebäude wie Pfalzbau oder Staatsphilharmonie haben die Buch-Macherinnen im Blick – wenn auch nicht immer als echte Stadtansicht, sondern manchmal in künstlerischer Freiheit ein wenig enger aneinander gerückt. Auch Ludwigshafens grüne Seite soll sichtbar werden. Der Wildpark Rheingönheim, der Michaelsberg und der Hack-Garten haben es Tabea Lerch angetan: „Die Vielfalt in diesem Garten spiegelt auch die Vielfalt der Stadt wider.“ Kuka spricht von den „Perlen Ludwigshafens“.
Hilfe kommt etwa von der Ludwigshafener Kongress- und Marketinggesellschaft (Lukom). „Alle, die etwas zu bieten haben, sind auf uns zugekommen und als Sponsoren dabei.“ So hat Kuka auch das markante Sparkassengebäude ins Auge gefasst oder den neuen Betreiber des Turmrestaurants.
Sie alle werden in der rund 4500 Exemplare starken Erstauflage des Ludwigshafener Wimmelbuchs auftauchen, die Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (parteilos) im Herbst präsentieren will. Sie selbst könnte darin ebenfalls als Figur auftauchen. Deshalb seien auch keineswegs nur Kinder die Zielgruppe. Auch Erwachsene sollen auf Entdeckungsreise nach bekannten Gesichtern gehen können, betont Kuka. „Das Buch soll Gesprächsstoff zwischen Kindern, Eltern und Großeltern liefern und Spiel, Spaß sowie Spannung zugleich sein.“