Fußball
Wieder keine Tore im Spitzenspiel zwischen Mutterstadt und dem LSC
Das Topspiel der Fußball-Bezirksliga zwischen dem Tabellenzweiten FG 08 Mutterstadt und Spitzenreiter Ludwigshafener SC ist wie das Hinspiel torlos geblieben. Dieses 0:0 bringt den LSC der Meisterschaft und dem Aufstieg einen großen Schritt näher. Jedenfalls feierten sich die Gäste nach dem Abpfiff lautstark im Chor als „Spitzenreiter“.
Das Schöne am Fußball ist, dass man nicht weiß, wer gewinnt und vor allem, dass jedes Spiel einen eigenen Charakter hat und die Begegnungen in der Regel völlig unterschiedlich verlaufen. Der Bezirksliga-Hit zwischen Mutterstadt und dem LSC ließ jedoch lange die Vermutung aufkommen, als hätte man das Spiel schon mal gesehen. Diese Partie ähnelte frappierend dem Hinspiel, in dem ebenfalls keine Tore gefallen waren. Wie im Oktober gab es lange Zeit keine torreifen Szenen, weil die Angriffsreihen im gegnerischen Strafraum so gut wie keine Aktionen verbuchten.
Viele Stationen, kaum Raumgewinn
Beide Mannschaften setzten auf Spielkontrolle, Ballbesitz und versuchten häufig über flaches Kurzpassspiel nach vorne zu kommen. Risikovermeidung und Sicherheitsdenken waren vorherrschend. „Der Respekt voreinander war groß“, vermutete LSC-Trainer Nauwid Amiri. So hieß es 29 Minuten lang langweiliger Rasenschach mit vielen Stationen, aber kaum Raumgewinn statt prickelnde Torraumszenen. Mutterstadt setzte dem Ballgeschiebe zuerst ein Ende, als die FG nach einem Ballgewinn von Jan Weingarte schnell nach vorne spielte, David Schinnerer den mitgelaufenen David Gerner bedienten, der knapp vorbeischoss. Vielleicht wäre ein Abspiel zu Fabio Reithermann in diesem Fall die bessere Option gewesen.
Die Einheimischen witterten Morgenluft. Nach einem Pass von Kevin Selzer und großartiger Ballmitnahme von Christian Pereira, scheiterte Reithermann an Torwart Precious Ofosohene (34.). Nach einem Konter über links bereiteten Pereira und Reithermann vor, doch Schinnerer schoss den schwer zu verarbeitenden Ball über den Kasten (38.). Schließlich touchierte ein Freistoß von Selzer die Latte (45.). „Eine Führung zur Pause wäre verdient gewesen“, sagte FG-Coach Marco Malizia zu Recht. Die Gäste blieben vor dem Wechsel gänzlich ohne klare Torgelegenheit. „Mit der Leistung bis zur Pause war ich unzufrieden. Wir hatte große Lücken in den Halbräumen. Wie im Hinspiel fehlte irgendetwas“, monierte Amiri.
Ein Tor, das nicht zählt
Nach Wiederbeginn änderte sich das Szenario. Der LSC hatte jetzt mehr Zugriff, war zielstrebiger, investierte mehr in sein Offensivspiel und erarbeitete sich mit fortlaufender Dauer immer mehr Spielanteile. Viel Zählbares kam aber dennoch nicht heraus. Ein strammer 18-Meter-Schuss von Ziya Köroglu kam zu mittig, so dass Torhüter Tim Neumeister keine Mühe hatte (57.). Richtig torgefährlich wurde es erst etwas später, als es in der 69. Minute den ersten Eckball im gesamten Spiel gab. Köroglu servierte, und nach einer unübersichtlichen Aktion im Fünfmeterraum lag die Kugel im Netz. Das 1:0 für den LSC? Nein, Schiedsrichter Julian Kempf hatte den Eckstoß noch nicht freigegeben.
„Unser Aufbauspiel war nicht mehr so gut wie in der ersten Halbzeit, es haben sich Fehler eingeschlichen“, räumte Spielertrainer Selzer ein. Und während die Partie auf ein 0:0 zusteuerte, sorgte der agile Gerner (32) wenigstens verbal für Unterhaltung. An der Seitenlinie schirmte er den Ball ab und spürte zwei LSC-Akteure im Rücken. Sich mit einem Dribbling zu lösen oder abzuspielen war nicht möglich. Also suchte der Routinier den Körperkontakt, sank mit einem Aufschrei zu Boden und hielt sich das kaum lädierte Bein. Es gab den von ihm gewünschten Freistoß. Einer Zuschauerin gefiel die Entscheidung nicht. „Das ist doch Schauspielerei“, rief sie Gerner zu. Der lächelte kurz und antwortet. „Eigentlich müsste ich einen Oscar bekommen.“
Den bekamen letztlich weder David Gerner noch die beiden Mannschaften, wobei die Teams wegen des durch 90-minütigen Dauerregen immer schwerer zu bespielenden und glatten Kunstrasenplatzes mildernde Umständen beanspruchen können.