Ludwigshafen
Wie zwei zerstrittene Kegel-Verbände sich langsam wieder annähern
Es war der erste Versuch – und es soll auch nicht der Letzte gewesen sein. Nach jahrelangem Streit über den Spielmodus im Kegeln haben sich am Samstag 40 Mitglieder des Landesverbandes Rheinland-Pfalz der Sektion Classic (DKBC) und der Deutschen Classic-Kegler Union (DCU) erstmals gemeinsam wieder getroffen. Nicht hinter verschlossenen Türen, sondern auf der Bahn in Classic-Treff in Oggersheim.
LUDWIGSHAFEN. „Es wird Zeit, dass man sich wieder auf der Kegelbahn trifft“, sagt Gunter Schweizer. Dem passionierten Kegler im Trikot der DJK Eppstein war ein wenig die Erleichterung anzumerken. Denn Schweizer macht sich Sorgen um seine Sportart. „Dieser unterschiedliche Modus, der uns Kegler gespaltet hat, schadet nur unserer Sportart. Deshalb bin ich zunächst froh, dass wir uns heute zumindest mal zu einem Freundschaftsturnier getroffen haben“, sagt Schweizer.
Resonanz hätte besser sein können
40 Mitglieder der beiden Verbände waren aus Gerolsheim, Eppstein, Ludwigshafen, Pirmasens, Kaiserslautern und Mehlingen gekommen. Ein klares Signal, dass man den Weg der Annäherung sucht. Auch die beiden „Landesfürsten“ Andreas Nikiel (DKBC) und Christian Mattern (DCU) waren gekommen. „Die Resonanz hätte sicherlich etwas besser sein können, aber für den Anfang ist es ein gutes Zeichen“, sind sich die beiden Sportkegler einig.
„Es gibt keine persönlichen Empfindlichkeiten“
In Oggersheim ging es am Samstag im Duo-Wettbewerb über 25 Würfe. Wer am Ende nach zwei Durchgängen die meisten Kegel abgeworfen hatte, war der Sieger. Die Duelle wurden zuvor ausgelost, unabhängig von der Verbandszugehörigkeit. „Mit Absicht haben wir diesen Modus gewählt, denn es gibt doch keine persönliche Empfindlichkeit untereinander. Wichtig ist uns, dass von der Basis ein Signal ausgeht, dass wir wieder zueinander finden“, betont Nikiel. Besonders lobt er die Freizeitkegler, die sich mit einem eigenen Modus in seinem Verband etabliert haben.
Unterschiedlicher Modus führt zu Streit
Das bestätigt auch Rüdiger Stange von der Freizeitkegler-Vereinigung Ludwigshafen. „Wir sind von dem Streit eigentlich gar nicht so sehr betroffen, da es hier um den Modus im Sportkegeln geht“, sagt Stange. Der Streit sei vor Jahren deshalb ausgebrochen, da der nationale Verband den internationalen Modus akzeptiert und eingeführt hatte. Offensichtlich ohne ausreichend die Belange der Mitglieder an der Basis zu berücksichtigen. Im DKBC beträgt die Wurfdistanz 120 Wurf, und das Spiel erfolgt nicht auf Gesamtholz, sondern im Duellmodus in vier Durchgängen. Bei der DCU beträgt die Wurfdistanz bei den Frauen 100 und bei den Männern 200 Wurf und es zählt das Gesamtholz. „Die Basis ist Opfer der internationalen Vorgaben“, sagte Uschi Wetzel (Pirmasens). Sie glaubt nicht mehr an eine Annäherung der beiden Verbände. „Dass wir heute gemeinsam hier sind, ist zumindest ein Zeichen der Freundschaft, aber ich sehe im Moment keine Möglichkeit, dass es irgendwann wieder einen gemeinsamen Modus im Sportkegeln geben wird. Wer sich im Sportkegeln für Meisterschaften qualifizieren möchte, muss sich einfach dem Modus unterwerfen“, sagt Wetzel, die seit 40 Jahren in die „Vollen“ wirft.
Zweifel an Rückkehr zu einheitlichem Modus
Die Zukunft bleibt weiterhin offen. „Mir ist die Wurfdistanz wurscht, mir ist wichtig, dass wir wie heute wieder zusammenfinden“, sagt Nikiel. Da stimmt ihm Christian Mattern uneingeschränkt zu. „Es hat heute viel Spaß gemacht. Wir werden im Landesverband weiterhin den Weg der kleinen Schritte der Annäherung gehen. Mir ist es wichtig, dass wir an der Basis schon mal eine gemeinsame Richtung finden. Wir stehen aber keinesfalls unter Zugzwang“, betont Mattern.