Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Wie Murat Ögat mit seinem Projekt in Fußgönheim Talente entdecken, fördern und herausbringen will

Der Kernteam der Akademie: Goran und Zdravko Barisic, Murat Ögat, Heiko Krämer und Marco Wittmann.
Der Kernteam der Akademie: Goran und Zdravko Barisic, Murat Ögat, Heiko Krämer und Marco Wittmann. Foto: ögat/Frei

Murat Ögat geht neue Wege. Der 35 Jahre alte Türke gründet eine Fußball-Akademie. Sitz ist in Fußgönheim. Nun gibt es schon viele Fußballschulen, doch die „art-of-soccer“-Akademie von Ögat „soll die etwas andere“ werden – sagt er.

Murat Ögat ist ein umtriebiger Mensch. Der 35 Jahre alte Türke ist seit 2013 Spielervermittler mit der Fifa- und DFB-Lizenz. Das scheint ihn aber nicht auszufüllen. Deshalb wird Ögat 2017 Geschäftsführer des VfK 07 Schifferstadt. Ögat hat Anteil daran, dass der Ringer-Bundesligist deutscher Meister der Deutschen Ringerliga wird. Er baut in Schifferstadt ein Netzwerk an Sponsoren auf und stellt den Ringer-Traditionsverein auf etwas solidere Beine. Doch Querelen im Klub veranlassen den Türken, sein Amt niederzulegen. 2019 hört Ögat schließlich auf, sammelt sich, orientiert sich neu – und prescht mit einem neuen Projekt nach vorne.

Nicht nur Praxis, auch Theorie

Er gründet die „art-of-soccer“-Akademie. „Das wird die etwas andere Fußball-Akademie“, sagt Ögat im RHEINPFALZ-Gespräch. Er will keine Kopie der schon vielen anderen Fußballschulen sein. Er will sich vielmehr mit Qualität und einem Merkmal hervorheben. „Bei uns wird es neben der Praxis auch Theorie geben“, sagt Ögat. Die Talente sollen dann zweimal im Monat von namhaften Referenten erklärt bekommen, wie sich beispielsweise ein Innenverteidiger in bestimmten Situationen zu verhalten oder welche Alternativen ein Mittelfeldspieler in gewissen Momenten hat. „Der Theorieunterricht inklusive Videoanalyse hebt uns von anderen ab. Wir haben zehn Jahre Erfahrung in Videoanalyse“, sagt Ögat.

Die Kinder im Alter von sieben bis 18 Jahren sollen aber nicht mit theoretischen Ausführungen überfrachtet werden. Deshalb wird es intensives Praxistraining geben. Das findet jeden Montag in altersgerechten Gruppen auf dem Sportplatz des ASV Fußgönheim statt und mittwochs im Pradt-Soccer-Center in Mannheim. Fußgönheim hat Ögat ausgewählt, weil er dort in seiner aktiven Zeit kickte und die Infrastruktur beim ASV sehr gut ist.

Schweizer Ikone Ponte im Trainerteam

Damit die Einheiten letztlich einen Effekt haben, hat Ögat ein Team von qualifizierten und kompetenten Trainern engagiert. Dazu gehören Goran und Zdravko Barisic. Im erweiterten Team sind Namen wie Raimondo Ponte. Der Schweizer Ex-Nationalspieler war erster Eidgenosse, der nach England wechselte, zu Nottingham Forest. Er war 1977/78 Uefa-Torschützenkönig und hat die Uefa-Pro-Trainer-Lizenz. Ponte steht an der Spitze der bekannten Trainer, die alle vier bis sechs Wochen nach Fußgönheim kommen und den Talenten ihr Wissen mitgeben.

Es wird aber nicht nur der Fußball sein, der in der ab 6. April startenden Akademie im Fokus steht. Ögat will die jungen Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern. Deshalb gehört Heiko Krämer dazu. Er ist seit 2001 Diplom-Sozialpädagoge und soll den Talenten Werte wie Fairness, Respekt und gesundes Sozialverhalten vermitteln. „Die Kinder können auch bei der Lösung von Problemen oder Konflikten von Heiko unterstützt werden“, betont Ögat.

Was aber unterscheidet nun die Akademie von Ögat beispielsweise von „Anpfiff ins Leben“? „Bei uns kann jedes Kind teilnehmen“, sagt Ögat. Bei „Anpfiff ins Leben“ haben nur die Fußballer die Chance, die Vorzüge der Einrichtung zu genießen, die in einem Kooperationsverein spielen. Ögat betont, dass er nicht gegen, sondern mit den Klubs zusammenarbeiten will. „Wir wollen nicht die Talente der anderen Vereine abwerben. Das Projekt ist langfristig angelegt“, sagt er auch, „in drei bis fünf Jahren soll es profitabel sein.“

Pikante Note

Eine pikante Note hat die Akademie schließlich aber doch. Ögat ist seit 2012 Chef von Ögat-Sportmanagement mit Sitz in Dannstadt-Schauernheim. Er vermittelt seit 2013 im Profigeschäft Spieler und hat sich in der Schweiz und in Österreich einen sehr guten Namen erarbeitet. Auf der seit gestern erschienen Internetseite www.art-of-soccer.de steht jedoch, dass die Talente auf Wunsch in die Spielervermittlung aufgenommen werden können.

Im Netz

Alle Informationen über die Akademie sowie Kosten gibt es unter www.art-of-soccer.de

Der Ball soll ein Freund der Talente werden.
Der Ball soll ein Freund der Talente werden. ArchivFoto: LM
x