Ludwigshafen Wie ein Absteiger

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Ludwigshafen

. „In der Halbzeit hatten wir uns vorgenommen, bissiger zu sein und mit mehr Aggressivität den 0:1-Rückstand aufzuholen“, sagte Arminia-Coach Frank Hettrich. Er hatte personelle Korrekturen vorgenommen, Julien Jubin als Spitze gebracht und den zuvor ganz vorne zu wenig ins Spiel eingebundenen Nico Pantano ins offensive Mittelfeld zurückgezogen. Doch die guten Vorsätze hielten nicht einmal 60 Sekunden. Die Arminen standen völlig neben sich und wurden zum Spielball der Gäste, die vor dem Tor eiskalt waren und aus ihren ersten sechs Chancen fünf Tore machten. „Das war ein Zweikampfverhalten wie in der Jugend. Wir haben nach den Veränderungen in der Defensive keine Einstellung zum Gegner gefunden“, kritisierte der Trainer. Morlautern war in vielen Situationen gedanklich schneller, spitziger und erzielte binnen fünf Minuten dank gütiger Mithilfe der wie paralysiert auftretenden Gastgeber drei Tore. „In der zweiten Hälfte haben Kampfgeist, Leidenschaft und Laufbereitschaft gefehlt“, zürnte Hettrich. Die Arminia blieb alles schuldig, war viel zu passiv – und schlicht überfordert. „In der ersten Halbzeit haben wir einen hohen Aufwand betrieben. Nach der Pause war zunächst jeder Schuss ein Treffer“, erklärte Mittelfeldspieler Robin Schwehm. Der lange verletzte Bad Dürkheimer hatte erstmals in der Startformation des FCA gestanden und deutete in einigen Aktionen an, dass er eine Verstärkung werden kann. So spielte er den Pass in die Schnittstelle der Morlauterer Abwehr, der zur einzigen Möglichkeit in Halbzeit eins führte (29.). „Nach dem zweiten oder dritten Gegentor sind bei uns die Köpfe runtergegangen. Davon haben wir uns nicht mehr erholt“, sagte Schwehm. Der 19 Jahre alte Mittelfeldspieler half nach dem Wechsel rechts hinten aus. „Das kann ich auch spielen, aber meine Lieblingsposition ist das zentrale Mittelfeld“, verdeutlichte Schwehm. Nach den Ausfällen von Rillig, Pelzl und Bakis gehen der Arminia die Außenverteidiger aus. „Zudem haben wir nach der Adduktorenverletzung von Georgios Roumeliotis zum wiederholten Mal die Innenverteidigung umbauen müssen. Da fehlte die Sicherheit, ein Fixpunkt“, haderte Hettrich. Die Patzer im zweiten Durchgang waren eklatant und bleiben deswegen haften, weil sie zu Gegentoren führten. Aber bereits in den ersten 45 Minuten war das, was die Arminia bot, für Oberliga-Ansprüche zu wenig. Nur fiel die Harmlosigkeit nicht ins Gewicht, weil die Gäste abwartend begannen. Hettrich will nicht immer auf das Alter seiner Mannschaft verweisen, das zu Beginn der Partie im Mittel 21,3 Jahre betrug. „Wir müssen anfangen, aus den Fehlern zu lernen“, forderte der Coach. Das muss das Team beherzigen, sonst ist der Zug bald abgefahren.

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