Reitsport
Wie der FRV Fußgönheim mit seinem Turnier eine eigene Nische fand
Die Zahlen sprechen für sich. Mit 385 Reitern, 492 Pferden und 49 Prüfungen in Springen und Dressur knüpfte das traditionelle Turnier beim Fahr- und Reitverein Fußgönheim an die großen Turniere vergangener Tage an. Zumindest beinahe, erklärte der Vereinsvorsitzende Heinz Orth mit ein bisschen Wehmut.
„Wir hatten schon die ganz großen Reiter hier bei uns auf der Anlage.“ Eine Aussage in Vergangenheitsform. Weltmeister und sogar Olympiasieger haben auf der Anlage am Ortsrand schon ihre Visitenkarte abgegeben. Mittlerweile hat das Turnier allerdings eine andere Nische gefunden und es sich darin gemütlich eingerichtet. „Wir hatten wieder mehr Starter als im vergangenen Jahr. Das ist für uns ein gutes Zeichen“, erklärt Orth. Mit Viernheim als Parallelveranstaltung für den Leistungsbereich habe man keine Konkurrenz. Im Gegenteil. Als Ausbildungsturnier bis zur Klasse M (Mittelschwer) in Springen und Dressur haben sich die Veranstalter in Fußgönheim gut arrangiert. Und im Zuschauerzuspruch ist die Veranstaltung nach wie vor ein Magnet in der Region. „Unser größtes Problem ist das Wetter“, sagte Orth und hatte dabei weniger die Reiterinnen und Reiter im Blick. „Unsere Böden auf den Reitplätzen sind hervorragend. Aber wenn es zu stark regnet, kann der Parkplatz unter Wasser stehen und wir müssen die Autos einzeln mit dem Traktor befreien.“ Ein Problem, das sich in diesem Jahr nicht stellte.
Zuspruch aus der Region
Überhaupt ist es die Erfahrung aus vielen Jahrzehnten, die das Turnier in Fußgönheim zu einer entspannten Veranstaltung für Besucher und vor allem Teilnehmer werden lässt. Dazu trägt auch Parcourschef Axel Kumpf bei, der in allen Leistungsklassen anspruchsvolle, aber auch noch attraktive Kurse setzte. „Ich bin vor 30 Jahren hier selbst geritten. Damals hat man im Umkreis noch ausschließlich auf Felder geschaut.“ Mittlerweile begrenzt das Gewerbegebiet die Reitanlage. Aber auch daran haben sich Mensch und Tier mittlerweile gewöhnt.
Und die Reiterinnen und Reiter aus der Region wissen sowohl das Anspruchsvolle, aber auch das Heimelige zu schätzen. So ging der Sieg im M-Springen mit Stechen um den Horst-Steiger-Gedächtnispokal, ehemaliges Ehrenmitglied und langjähriger Parcoursbauer, an Markus Lahm vom RV Mannheim auf Tiffany. Carlotta Steinbach (Cool Conversion) führte der Heimvorteil immerhin auf einen achtbaren fünften Platz vor ihrer Vereinskollegin Sarah Kohlmaier (Bella Balou). Und auch Dominique Michelle Weber-Henn, die für den RFV Ludwigshafen gemeldet war, kennt die Anlage in Fußgönheim und kam auf Con Manjana auf den achten Rang. In der höchstklassigen Dressurprüfung siegte Svenja Ebert von der RG Birkenhof Ladenburg/Neuzeilsheim auf Linkin Park.
Weiteres Turnier im September
Aber bei aller Gastfreundschaft hätte sich der Vereinspräsident sicher auch über den ein oder anderen „Heimsieg“ in den höheren Klassen gefreut. Am nächsten kam dem Vanessa Steiger-Dehner in der Kategorie L (Leicht), die Onno gemeinsam mit Alena Schädler aus Herxheim (Cabato) auf den geteilten ersten Platz kam. Keine leichte Übung bei 42 Startern allein in diesem Feld.
Und aus Sicht des Vereinsvorsitzenden passen nicht nur die Ergebnisse. Er freute sich vor allem über den großen Zuschauerzuspruch über die Turniertage. Am Wochenende freuten sich die Besucher über guten, ehrlichen und vor allem sicheren Reitsport. „Wir erfüllen alle Auflagen in Sachen Tierwohl“, bekräftigte Orth. Das sei per Mitgliedschaft fest im Verein verankert. „Die Landestierschutzbeauftragte ist Mitglied bei uns.“ Und die wird in diesem Jahr ein weiteres Mal gefordert werden. „Im September werden wir hier die Verbandsmeisterschaft der Pfalz veranstalten“, kündigte Heinz Orth an. Dann gibt es sogar Sprünge bis in die Klasse S (Schwer) auf dem hervorragenden Untergrund in Fußgönheim.