Ludwigshafen / Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Wie Corona die Mobilität eingeschränkt hat

Am besten zu Hause bleiben statt rauszugehen: Das ist die Devise während der Corona-Zeit.
Am besten zu Hause bleiben statt rauszugehen: Das ist die Devise während der Corona-Zeit.

Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, appellieren Politiker und Wissenschaftler seit Monaten: „Bleibt daheim!“ Doch haben sich die Bürger an die Aufforderungen gehalten? Ein Blick auf die Situation in Ludwigshafen und Umgebung.

Das Coronavirus geht um. Daher mussten Bekleidungsgeschäfte, Friseursalons und Restaurants schließen. Von Reisen, Feiern und Besuchen wird abgeraten. In den Städten Ludwigshafen, Speyer und Frankenthal sowie im Rhein-Pfalz-Kreis sind nächtliche Ausgangssperren verhängt worden. Tagsüber gelten allgemeine Kontaktbeschränkungen.

Die Regeln sind streng. Zuletzt, kurz vor Silvester, haben die Stadtspitzen und der Landrat sowie das Polizeipräsidium Rheinpfalz in einer gemeinsamen Erklärung an deren Befolgung erinnert. Haben sich die Bürger daran gehalten?

Hinter vielen Regeln und Appellen steckt folgende Überlegung: Reisen und Besuche, selbst im Tierpark, können zu menschlichen Begegnungen führen – und die wiederum zu Corona-Infektionen. Daher zielen viele Verordnungen darauf ab, die Mobilität einzuschränken.

Haben die Verordnungen gewirkt? Wissenschaftler des Robert-Koch-Instituts, des Instituts für Theoretische Biologie und der Humboldt-Universität zu Berlin analysieren bundesweit anonym Bewegungsströme der Bürger anhand von Handydaten. Die Daten stammen von der Telekom und von Telefónica. Sie werden verglichen mit den Bewegungsströmen im Jahr 2019. Auffallend ist: In Ludwigshafen, im Rhein-Pfalz-Kreis, in Frankenthal-Eppstein und in Speyer ist die Mobilität seit Sommer mit wenigen Ausnahmen stärker zurückgefahren worden als im Bundesdurchschnitt.

Ruhiger um Weihnachten

In Speyer sind im März vor und während des ersten Lockdowns sprunghaft weniger Bewegungen registriert worden – weniger als in Ludwigshafen, im Rhein-Pfalz-Kreis und in Eppstein. Am 29. März lag die Mobilität 67 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Auch in den Folgemonaten sind die Speyerer offenbar eher daheim geblieben, von einigen Tagen im September abgesehen. Ähnlich wie im Bundestrend haben der Lockdown „light“ Anfang November und der Lockdown im Dezember erst allmählich Wirkung gezeigt. In Ludwigshafen hat die Mobilität im März und April dem Bundestrend folgend stark abgenommen. Während des zweiten Lockdowns sind weniger Bewegungen in der Stadt als im Rhein-Pfalz-Kreis aufgezeichnet worden. Im Sommer, insbesondere im Juli bis in den August hinein, war es ruhiger in der Stadt. Auch in der Zeit rund um Weihnachten ist die Mobilität im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zurückgegangen.

Ähnlich wie in der gesamten Region hat der erste Lockdown im Rhein-Pfalz-Kreis zu Bewegungseinschränkungen geführt. Allerdings hat sich im Kreis mehr bewegt als im Bundesdurchschnitt und in anderen Teilen der Vorderpfalz. Während die Daten für Ludwigshafen und Speyer sowie für den Rhein-Pfalz-Kreis aus dem gesamten Stadt- und Kreisgebiet stammen, bilden die Mobilitätsströme für Frankenthal lediglich die Bewegungen im Ortsteil Eppstein ab. Dort ist das Logistikzentrum von Amazon angesiedelt. Von den Machern des „Covid-19 Mobility Projects“ konnte nicht in Erfahrung gebracht werden, warum keine Daten für ganz Frankenthal verwendet werden. Allerdings unterscheidet sich die Verlaufskurve für die Bewegungsströme im Frankenthaler Ortsteil nicht grundsätzlich von anderen Regionen, beispielsweise vom Rhein-Pfalz-Kreis.

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