Ludwigshafen West: Trinkertreff verärgert Anwohner
Erster Tagesordnungspunkt jeder Ortsbeiratssitzung ist die Bürgerfragestunde. Ein Ehepaar, das angrenzend an den Rudolf-Hoffmann-Platz im Stadtteil West wohnt und hinter dem Haus auch einen Garten besitzt, nutzte die Gelegenheit, um dem Ortsbeirat Nord am Dienstag ihr Leid zu klagen. Auf dem Platz werde getrunken, Drogen würden konsumiert und lautstark gegrölt bis weit in die Nacht. Grenzen des Anstands gebe es keine, der von Büschen bewachsene und schlecht einsehbare Bereich werde als Pinkelecke benutzt. Der Gestank sei deutlich wahrnehmbar, ein Aufenthalt im Sommer im eigenen Garten kaum noch möglich gewesen. Sogar einen Geschlechtsakt habe man an der Stelle schon miterleben müssen, berichtete das Paar und sprach von unhaltbaren Zuständen.
Wenn man sich über das Verhalten beschwere, gebe es böse Worte. Einmal seien dann am nächsten Tag Essensreste über den Zaun in den Garten geworfen worden. Die Verhältnisse seien unerträglich, so das Paar.
Der Rudolf-Hoffmann-Platz befindet sich am Eingang des Stadtteils West an der Frankenthaler/Ecke Valentin-Bauer-Straße vor dem Weltkriegsbunker und besteht im Wesentlichen aus einer Grünanlage mit ein paar Bäumen. Im rückwärtigen Teil zur Wohnbebauung hin steht neben dem Bunker ein Trafohaus, das mit Comicfiguren bunt bemalt worden ist. Daneben wachsen im Hintergrund eine Reihe von Büschen, Sträuchern und Bäumen. Von der Straße aus ist der Bereich schlecht einsehbar.
Stadt prüft Anliegen
Aufgegriffen hat das Anliegen die SPD-Fraktion mit einem Antrag im Ortsbeirat. Die Trinkerszene von der nahen Haltestelle habe sich auf den Rudolf-Hoffmann-Platz in die Ecke des Trafohauses verlagert, berichtete Ortsbeirätin Dolly El-Ghandour. „Wir fordern daher, rechts vom Trafohaus einen Schutzzaun aufzustellen“, begründete sie den SPD-Antrag.
Weil der Ortsbeirat mit nur sieben anwesenden Ortsbeiräten nicht beschlussfähig war, konnte nicht über den Antrag nicht abgestimmt werden. Es sei bedauerlich, dass einzelne Ortsbeiräte nicht zur Sitzung kämen und auch nicht rechtzeitig absagten, ärgerte sich deshalb Ortsvorsteher Osman Gürsoy (SPD). Eine Antwort der Verwaltung zum Antrag liege aber vor, sagte er. Darin heißt es, die Aufstellung eines Zauns werde geprüft und solle bei einer Neugestaltung einbezogen werden.
Auch anderswo gibt es Probleme
Probleme mit einer Trinkerszene kamen in der Ortsbeiratssitzung auch an anderen Orten im Hemshof zur Sprache. An der Dreifaltigkeitskirche halte sich gern eine Gruppe auf, die Kirche lasse dies zu, berichtete Gürsoy. Inakzeptabel sei es, dass diese Leute sich von abgestelltem Sperrmüll irgendwo in der Nähe alte Sessel und Sitzmöbel holten, um sich gemütlich darauf niederzulassen, meinte Gürsoy. Auch im Bereich Welser-/Blücherstraße gebe es ähnliche Probleme, hieß es. Es handele sich dabei nicht um eine klassische Trinkerszene, klärte Gürsoy auf. Vielmehr handele es sich um Leute, die dort wohnten und zum Trinken gerne auf die Straße gingen.