Ludwigshafen
„West bewegt sich“: Fußball-Tennis lockt viele Kinder
Mit Mitmachangeboten, die leicht erreichbar sind, wollen sie Kinder und Jugendliche zu mehr Sport animieren. Als neue Aktion ist Fußball-Tennis gestartet. 30 Kinder kamen am Mittwoch auf den Bolzplatz in der Bayreuther Straße.
Nach einem erfolgreichen Auftakt im Juni sind während des Sommers Mitmachaktionen des Ludwigshafener Lauf-Clubs, der „Titans“ mit „American Football“ und des Postsportvereins gefolgt. Seit diesem Mittwoch ist nun die Ökumenische Fördergemeinschaft (ÖFG) am Zug und bietet vier Wochen lang jeden Mittwochnachmittag Fußball-Tennis für alle auf dem Bolzplatz direkt neben dem Emmi-Knauber-Hort an.
Schnell von einer Kindertraube umringt
Ganz am Ende der Bayreuther Straße, angrenzend an das Gelände des Horts und gegenüber der sogenannten „Weißen Blocks“ im Wohngebiet, befindet sich der angelegte Bolzplatz. Eine hohe Umzäunung schützt vor umherfliegenden Bällen, ein roter Sandplatz bietet festen Untergrund. In der Mitte des Spielfelds hat Robert Azari ein Tennisnetz aufgebaut und weiße Linien und Felder wie auf einem Tennisplatz aufgebracht. Zum vereinbarten Start um 16.30 Uhr ist er auf dem Platz bereits umringt von einer Traube von Kindern. Jungen und Mädchen, die meisten so zwischen acht und zwölf Jahren. Einige rennen umher, andere klettern auf die eisernen Tore, ein paar Jungs kicken wild mit dem Ball herum.
„Wir haben überlegt, eine Kombination aus Fußball und Tennis wäre hier eine gute Idee. Wir wollen das ausprobieren. Wichtig ist, dass die Kinder zusammenkommen“, sagt der 63-jährige Azari, der als Straßensozialarbeiter der ÖFG seit 25 Jahren den Jugendtreff in der Bayreuther Straße betreut. Ziel sei es, den Kids einfach Spaß an der Bewegung zu vermitteln.
Inzwischen haben sich rund 30 Kinder auf dem Bolzplatz eingefunden. Einige der Jungs warten schon ungeduldig darauf, dass das Spiel losgeht. Azari teilt zwei Mannschaften mit jeweils vier Spielern ein und erklärt die Regeln. Der Ball soll im Feld nur einmal aufdopsen, kann dann in der Luft gespielt werden und muss wieder über das Netz. Einige der älteren Jungs spielen offenbar schon im Verein Fußball, sie übernehmen die Führungsrolle. Alle sind mit Feuereifer bei der Sache. Es wird viel geköpft, das Jonglieren des Balls in der Luft erweist sich als nicht so einfach.
Wohncontainer auf Bolzplatz geplant
Azari übernimmt die Schiedsrichterrolle. Damit noch mehr mitmachen können, werden die Teams gewechselt und vergrößert. Das Spiel kommt offensichtlich an und macht Spaß. Auch dem neunjährigen Yaman Kotneh. „Ich spiele jeden Tag draußen Fußball. Aber Fußball-Tennis habe ich erst einmal gespielt“, erzählt er.
Auch das Laufen habe ihm viel Spaß gemacht. Das Lauftraining war im Sommer vom Lauf-Club (LC) angeboten worden. Nach American Football und Darts stehe jetzt noch mal Laufen, Yoga, Selbstverteidigung und Kegeln auf dem Programm, kündigt Saskia Helfenfinger-Jeck vom LC an, die das Projekt „West bewegt sich“ mitorganisiert hat. „Wichtig ist, dass unsere Angebote für die Kinder in West fußläufig und einfach zu erreichen sind“, sagt sie. Dass der Bolzplatz schon bald seine Funktion für die Kinder verlieren soll, bedauert Simone Muth, die für die ÖFG die angrenzende Kita und den Knauber-Hort leitet.
Auf dem Bolzplatz soll für die kommenden Jahre ein mehrstöckiges Ausweichquartier aus „Wohn-Containern“ aufgebaut werden, bevor die „Roten Blöcke“ der Wohnsiedlung abgerissen werden. „Die Kinder hier verlieren damit die einzige Möglichkeit für Ballspiele“, bedauert Muth.