Ludwigshafen „Wenn’s zu heiß ist, bleiben die Leute daheim“
Irgendwo in Lu sind wir jede Woche auf der Suche nach interessanten Gesprächspartnern. Gestern Mittag haben wir in Friesenheim Michele Varipapa, 51, der in der Kreuzstraße das Eiscafé Varipapa betreibt, von der Arbeit abgehalten. Und das bei bestem Eiswetter.
Ja, ich hoffe, dass es brummt. Schließlich hatten wir seit Ostern eher Einbußen. Die Osterfeiertage waren schlecht und auch der 1. Mai. Das merkt man dann sofort. Aber dafür waren der März und die erste Aprilhälfte doch sehr passabel. Oder hatten Sie da noch geschlossen? Nein, wir haben das ganze Jahr über geöffnet. Und es ist richtig, dass die frühen warmen Tage gut für uns waren. Heißt das auch, dass Sie das ganze Jahr über Eis anbieten? Eigentlich schon. Aber natürlich haben wir im Winter ein deutlich kleineres Angebot als derzeit. Und Sie machen Ihr Eis selbst? Ja, mache ich. Ich habe dafür zwar keine eigentliche Ausbildung gemacht, aber es doch gelernt. Ausgebildet bin ich eigentlich als Chemiefacharbeiter bei der BASF. Und mit der Ausbildung hatten Sie dann die Fähigkeiten, Eis zu machen? (lacht). Im Ernst, wie haben Sie das Eismachen gelernt? Bevor ich mein eigenes Geschäft hatte, habe ich häufiger einem Freund geholfen, der ein Eiscafé in Neustadt hatte. Der hat mir dabei viel beigebracht, und dann war da noch mein Onkel, der in Limburg an der Lahn ein Geschäft hatte und mir viele Tipps gegeben hat. Und als Italiener hat man das auch irgendwie im Blut, oder? (lacht). Könnte sein. Wie viele Eissorten gibt es denn in Ihrem Café? Da ich nur eine kleine Theke haben, biete ich vorwiegend traditionelle Sorten an. Also ist das Angebot überschaubar, aber dafür gut. Und ab und zu wechsle ich bei den Sorten auch mal ab. Welche Sorte wird denn derzeit am häufigsten verlangt? Joghurt geht gut, Vanille und im Sommer auch Fruchteis. Beliebt sind nach wie vor auch Spaghettieis und unser Früchtebecher. Da kommen nämlich nur frische Früchte rein, nichts aus der Dose. Essen Sie denn selbst auch viel Eis? Notwendigerweise. Wenn ich es herstelle, muss ich ja immer auch probieren. Da kommen dann jedes Mal ein paar Kugeln zusammen. Das Geschäft haben Sie seit 1988, die zusätzliche Terrasse hier auf der gegenüberliegenden Straßenseite quasi im Friesenpark seit fünf Jahren. Kommt das Angebot an? Wenn das Wetter gut ist, läuft das super. Sie sehen ja selbst, wie gemütlich das hier ist. Welches Wetter ist denn das optimale Eiswetter? Wenn’s so zwischen 25 und 28 Grad warm ist. Wenn’s zu heiß ist, bleiben die Leute wieder eher daheim. Das heißt, am Mittwoch rennen die Leute Ihnen die Bude ein? Ich hoff’s. (lacht)