Ludwigshafen Wenn Wasser zu Schleim wird
„Wasser liebt Chemie“, so lautet das Motto eines Experimentierworkshops des BASF Kids’ Lab. Sehr passend – immerhin hat die Unesco den gestrigen Tag zum internationalen Tag des Wassers erklärt. Eine dritte Klasse der Mannheimer Wilhelm-Wund-Schule hat das Kids` Lab besucht und durfte die lebenswichtige Flüssigkeit Wasser erforschen.
Wer ein Forscher sein will, der muss richtig ausgerüstet sein. Deshalb bekommen die Drittklässler erst einmal weiße Laborkittel und Schutzbrillen, nachdem sie im Kids` Labor angekommen sind. Zuvor hatten die 21 Mädchen und Jungen bereits bei einer kindgerechten Betriebsrundfahrt viel zum Thema Wasser gelernt – zum Beispiel, dass der Chemiekonzern BASF Wasser zum Kühlen aus dem Rhein holt. Doch jetzt dürfen sie endlich selbst aktiv werden. Drei Versuchanordnungen hatten Workshopleiterin Tanja Stoner und ihre Mitarbeiterinnen Kirsten Achtstätter und Phuong Thao Ngo thi aufgebaut. „Wir zeigen Euch, wie man verschmutztes Wasser säubern, wie man Wasser im Boden speichern und wie man die Eigenschaften von Wasser verändern kann“, erklärt Stoner. Das macht die Drittklässler aus Mannheim sichtlich neugierig. In drei Gruppen aufgeteilt, begeben sich die Nachwuchsforscher jeweils an eine Versuchstation. Wie man Wasser speichern kann, zeigt Kirsten Achtstätter. Dafür dürfen sich die Kinder der Gruppe zu Zweiter-Teams zusammenschließen, jedes Team hat sein eigenes Versuchstablett. Bevor sie allerdings ihre Versuche starten dürfen, kontrolliert die Anleiterin mit den Kindern, ob auch alle nötigen Gegenstände wie Messbecher oder Faltfilter vorhanden sind – wie es sich in einem Labor eben gehört. Dann müssen die Kinder selbstständig die Versuchsanleitung abarbeiten. Zunächst gilt es, einen Filter mit Sand zu befüllen und dann aus einer Pipette Wasser dazuzugeben. Das Ergebnis: Das Wasser läuft durch den Sand aus dem Filter in das Glas. „Das Wasser ist ja ganz sauber“, wundert sich Leon. „Da ist kein Sand drin. Aber wie bleibt das Wasser im Sand?“ Um das zu erreichen, lässt Kirsten Achtstätter die Kinder den Versuch wiederholen, allerdings mischen sie nun Superabsorber (Polyacrylsäure) in den Sand. Das Wasser wird absorbiert. Klarer Fall für Helen und Noemi: Die Papierkarte mit dem Apfelbaum stecken sie in den Sand mit dem Superabsorber, die Karte mit dem vertrockneten Baum kommt in den Sand ohne das Hilfsmittel. „So kann man machen, dass in Afrika die Pflanzen wachsen“, merkt Daniele an. Das stimme so nicht, erklärt Achtstätter den Kindern. Denn Superabsorber sei nicht abbaubar. Allerdings muss Flüssigkeit nicht nur im Boden aufgesaugt werden: „Der Superabsorber wird zum Beispiel in Windeln verwendet.“ Doch absolut begeistert sind die kleinen Forscher, nachdem sie den Absorber mit Wasser gemischt haben. Das wird zu einer Art Gel, oder anders ausgedrückt: „Das ist Schleim!“, jubeln Leon und Daniele. „Cool.“ Die ganze Klasse ist mit Eifer und Freude an den Versuchstationen tätig, das freut ihre Lehrerin Sabine Stechl: „Ich bin sehr zufrieden. Das ist schon ein tolles Angebot für Schulen.“ Mit solch anschaulichen Versuchen könne man chemische Vorgänge auch Grundschulkindern verständlich machen und ihr Interesse an Naturwissenschaften wecken, betont Jacqueline Haider, die Leiterin der Schülerlabore. Fünf gibt es insgesamt in der BASF: zwei Kids’ Labs und drei Teens’ Labs. „Im Alter zwischen fünf und neun Jahren haben Kinder einen natürlichen Forscherdrang“, weiß Haider. Deshalb seien Mädchen gleichermaßen wie Jungs an Naturwissenschaften interessiert. So wie Helen und Keje. „Das hat viel Spaß gemacht“, lautet Helens Fazit bei der Frühstückspause. Zuvor hatten die Mädchen von Tanja Stoner erfahren, dass die Beimischung von Zucker das Wasser schwerer macht, während die Zugabe von Farbstoff nichts ändert. Zu schwer seien die Aufgaben bis jetzt nicht gewesen, findet Keje: „Es ist auch einfacher, wenn man eine Laborpartnerin hat.“ Als nächstes sollen sie bei Lehramtsstudentin Phuong Thao Ngo thi lernen, wie man verschmutztes Wasser wieder reinigt. Klingt interessant für die beiden. Doch sie haben schon ihren Versuchsfavoriten: den Superabsorber, der aus Wasser Schleim macht.