Ludwigshafen
Weniger Unfälle während der Pandemie
Mit 5822 Verkehrsunfällen im vergangenen Jahr im Stadtgebiet Ludwigshafen gab es zwölf Prozent weniger Unfälle als im Jahr zuvor, wie es vom Polizeipräsidium Rheinpfalz heißt. Zwei dieser Unfälle verliefen tödlich. Eine 84-jährige Radfahrerin missachtete am 6. Januar in Oppau in der Karolinenstraße die Vorfahrt einer 41-jährigen Autofahrerin und stieß mit dem Fahrzeug zusammen. Die Radfahrerin erlag ihren schweren Verletzungen im Krankenhaus. Beim zweiten Unfall am Nachmittag des 18. Januar verlor ein 60-jähriger Motorradfahrer in einer Kurve in der Wollstraße (Oggersheim) die Kontrolle über sein Fahrzeug. Er stürzte, rutschte über die Straße und stieß mit einem entgegenkommenden Kleinwagen zusammen. Der 60-Jährige wurde schwerverletzt in ein Krankenhaus gebracht, verstarb dort aber.
Tödlicher Unfall auf L 525 nicht in Statistik
Der in der Stadt, besonders in Ruchheim, wohl am meisten diskutierte tödliche Unfall aus 2020 taucht nicht in der Statistik auf, weil er im Dienstgebiet der Polizeiwache Maxdorf geschah. Bei der Unfallaufnahme waren allerdings auch Kollegen aus Ludwigshafen dabei, wie die Polizei auf Anfrage mitteilt. Am 3. Februar verunglückte eine 56-Jährige auf der L 525 zwischen Ruchheim und Fußgönheim. Die Frau war auf der engen, kurvenreichen und zudem nassen Fahrbahn um kurz vor 19 Uhr von der Fahrbahn abgekommen und in einen Wassergraben gerutscht. Der tödliche Unfall sorgte für Diskussionen, weil Ortsvorsteher und Ortsbeirat in Ruchheim die Strecke schon lange für zu gefährlich halten.
Die Anzahl der Verkehrsunfälle, die laut Polizei auf Alkoholeinfluss zurückzuführen sind, fiel laut Statistik im vergangenen Jahr um 22 auf 72. Das entspricht einem Rückgang von 23,4 Prozent, während die drogenbedingten Verkehrsunfälle zunahmen: um ganze 78,6 Prozent von 14 auf 25. Die häufigsten Unfallursachen waren fehlender Abstand und fehlende Sorgfalt beim Wenden oder Rückwärtsfahren.
Senioren und jüngere Fahrer häufig beteiligt
In welchem Alter oder mit welchem Verkehrsmittel die Menschen besonders oft an Unfällen beteiligt waren, hat sich im Vergleich zum Vorjahr so gut wie nicht verändert. An einem Prozent aller Unfälle in Ludwigshafen war ein Kind beteiligt, an 21,5 Prozent (1249) ein 18- bis 24-Jähriger. Auch Senioren über 65 Jahren sind laut Statistik mit 1165 Unfällen und 20 Prozent Anteil an der Gesamtzahl der Unfälle relativ häufig vertreten. Knapp die Hälfte davon entfällt laut Polizei auf Senioren ab 75. Radfahrer waren in 271 Fällen betroffen, Pedelec-Fahrer bei 27 Unfällen beteiligt. Es gab 1504 Unfallfluchten, von denen 41,2 Prozent der Fälle aufgeklärt werden konnten. 2019 waren es noch knapp 1700 (Aufklärungsquote: 44,2 Prozent).
Unfallschwerpunkte in Innenstadt
Und welche Schlüsse zieht die Polizei aus der Unfallstatistik? Weil die Anzahl der Unfälle unter Betäubungsmitteln stark angestiegen ist, werden die Kontrollen in diesem Bereich verstärkt, wie Vanessa Reinhard mitteilt. Außerdem würden „Unfallhäufungsstellen“ identifiziert, ergänzt die Sachbearbeiterin für Verkehrsangelegenheiten bei der Polizei. Dazu zählten „vor allem die viel befahrenen Kreuzungen im Innenstadtgebiet“. „Der Bereich der Mundenheimer-/Wittelsbachstraße und die Kreuzung Heinig-/Kaiser-Wilhelm-Straße können in diesem Zusammenhang als Unfallschwerpunkt genannt werden“, sagt Reinhard. Problematisch seien etwa die beiden Linksabbiegerspuren von der Heinigstraße in Richtung Hauptbahnhof, die sich später auf eine Fahrspur verengen. „Das sorgt bei vielen Verkehrsteilnehmern für Irritationen und somit für Unfälle.“ Mit der Unfallkommission würden solche Stellen analysiert und Lösungen gesucht. So sei bereits die häufige Unfallstelle an der Kreuzung Kaiserwörthdamm/Shellstraße entschärft worden: Dort wurde eine Radarsäule aufgestellt.
Auch auf Autobahn Unfallrückgang
Was die Unfallzahlen betrifft, hat die Autobahnpolizei Ruchheim 2020 ähnliche Entwicklungen bemerkt. Auch in ihrem Zuständigkeitsgebiet ging die Anzahl der Unfälle 2020 zurück: sogar um 17,6 Prozent. Die Unfälle mit Verletzten verringerten sich um 22,1 Prozent im Vergleich zu 2019. Eine Person verstarb bei einem Unfall auf der Autobahn.