Ludwigshafen Wem die Stunde schlägt

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Über Wahrzeichen wurde in Ludwigshafen zuletzt viel diskutiert – weil es einige davon bald nicht mehr geben wird oder sie bereits verschwunden sind, wie das Engelhorn-Hochhaus der BASF. Die „Tortenschachtel“ wird durch ein Geschäftshaus ersetzt, die Hochstraße Nord abgerissen, der „Würfelbunker“ soll der Stadtstraße weichen. Die Optik Ludwigshafens verändert sich dadurch nachhaltig, wie das Architekten und Planer in ihrer bisweilen weichgespülten Rhetorik gerne formulieren. Man könnte auch einfach sagen: der eine Beton geht, der andere kommt. Hört sich allerdings weitaus trister an. Ein Adjektiv, das für den aktuellen Zustand der Innenstadt sowieso viel zutreffender ist. Geht es nach einheimischen Kritikern, und davon gibt es nicht wenige, ist die Uhr für die einst durchaus lebendige City längst abgelaufen. Für andere, die noch ein Fünkchen Hoffnung haben, ist es mindestens fünf vor zwölf. Weshalb ja auch das (triste) Rathaus-Umfeld (nachhaltig) umgestaltet werden soll. Welches Stündchen fürs Zentrum geschlagen hat, konnten Passanten und Politiker (etwa auf dem Weg zum Stadtrat) seit Ende der 70er-Jahre an drei Uhren ablesen, die auf dem Rathausplatz auch so etwas wie ein Wahrzeichen waren, wenngleich ein recht unscheinbares. Seit vergangener Woche sind die bis dato hoch oben an einem Mast befestigten Chronometer weg. Genauer gesagt: Sie wurden abmontiert. Bisher waren die in drei Richtungen ausgerichteten Zifferblätter Teil eines Gesamtkonzepts mit stabilen Pfosten und massiven Kugelleuchten. Doch das gilt jetzt als überholt. Mit der Überarbeitung der Platzgestaltung, ließ die Verwaltung auf Anfrage wissen, sind diese „Elemente“ überflüssig geworden. Die Leuchten an den Masten würden Schritt für Schritt aus der City entfernt, „da sie eher blenden und wartungsintensiv sind“. Die Uhren würden eingelagert. „Sie hätten wie ein Fremdkörper gewirkt“, begründete eine Stadtsprecherin den buchstäblich zeitgemäßen Eingriff. Ein Gutes hat das Ganze: Nun kann man mit Fug und Recht behaupten, dass die City trotz der Tristesse zumindest eins ist: nachhaltig zeitlos. (Archivfoto: Kunz)

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