Ludwigshafen
Was hinter dem Projekt „Verbraucher stärken im Quartier“ steckt
Durch Corona hätten auch die Fragen rund um Fitnessstudios und Reisen zugenommen, sagt Lara Riedel, etwa zu Rechten gegenüber Veranstaltern und Hotels. Riedel arbeitet für das Projekt „Verbraucher stärken im Quartier“ in Oggersheim-West. Der Bund finanziert in jedem Bundesland diese Form der Verbraucherberatung in einem „strukturell schwachen Stadtteil“. Das Projekt soll mit einem Büro und Mitarbeitern dafür sorgen, dass jeder die Chance hat, auf einfachem Weg informiert zu werden und Hilfe zu bekommen. Die Mitarbeiter kooperieren mit Einrichtungen und gehen gezielt auf Menschen zu, die sonst nicht den Weg zur Verbraucherberatung finden würden. Das Projektbüro in der Comeniusstraße in Oggersheim-West gibt es seit 2018. Lara Riedel und Björn Weitkamp sind die neuen Gesichter vor Ort.
Neues Personal vor Ort
Lara Riedel arbeitet seit Februar 2020 in Oggersheim-West. Die 31-Jährige hat ursprünglich Medizinische Fachangestellte gelernt und dann Soziale Arbeit studiert. Mit ihrem Kollegen Björn Weitkamp – seit diesem Jahr dabei – verbindet sie, dass sich beide schon lange ehrenamtlich engagieren. Riedel hat eine Zeit lang selbst in Oggersheim-West gewohnt und kennt das rund 7000 Einwohner starke Quartier daher. Der 43-jährige Weitkamp kommt aus der ehrenamtlichen Jugendarbeit und beruflich aus dem kaufmännischen Bereich. Im „Verbraucher stärken im Quartier“-Büro verstehen sie sich als Lotsen. Denn Berater im eigentlichen Sinne sind sie nicht. Wer mit Problemen hierher kommt, findet ein offenes Ohr und erste Tipps, im Anschluss dann den Kontakt zum richtigen Ansprechpartner bei der Verbraucherzentrale, sagen die beiden.
Coronabedingt Infos in Stoffbeuteln
Doch Corona hat auch hier einiges durcheinandergewirbelt. So ist das Büro im Comeniuszentrum derzeit geschlossen, Riedel und Weitkamp sind telefonisch oder per E-Mail zu erreichen. Und sie haben sich Kreatives einfallen lassen, etwa mit dem „Beutelzaun“ am Comeniuszentrum: Die Stoffbeutel gefüllt mit Infomaterialien rund um Verbraucherthemen dürfen kostenlos mitgenommen werden. Außerdem steht an der Straße ein roter Briefkasten, in den die Anwohner ihre Anliegen einwerfen können – direkt neben der Aushangtafel, an der es einen „Tipp der Woche“ gibt.
Und die beiden haben schon viele Ideen, wie ihre Arbeit nach einer Öffnung wieder aussehen kann: vom Freiluft-Wohnzimmer mit Gesprächen rund um Verbraucherthemen bis zu regelmäßigen Sprechstunden und Energieberatung vor Ort.