Handball
Was die Junglöwen besser machten als Friesenheim-Hochdorf
HSG-Trainer Matthias Polifka benötigte für seine Spielanalyse nur wenige Worte: „Ohne Abwehrleistung genügen auch 33 eigene Tore auswärts nicht.“ Wobei auch die 33 Treffer eher dem enormen Spieltempo beider Mannschaften, als einem Offensivfeuerwerk der Spielgemeinschaft geschuldet war. Hochdorfer bleibt vom Verletzungspech verfolgt. Marvin Gerdon, Dominik Lenz und Dymal Kernaja fehlten – speziell im Angriff. Noch entscheidender dürfte aber gewesen sein, dass Torhüter Roko Peribonio erkrankt ausfiel. Leon Hoblaj und Mika Schwenken teilten sich zwar die Verantwortung, wurden aber zu oft von ihrer Abwehr im Stich gelassen, um einen entscheidenden Unterschied auszumachen.
Rein taktisch hatte Matthias Polifka sein gesamtes Repertoire ausgeschöpft, operierte im Angriff mit zwei und teilweise sogar drei Kreisläufern, variierte die Abwehrformationen und ließ einen oder auch mehrere Gegenspieler in enge Deckung nehmen. Genutzt hat alles nichts, was zum einen an der individuellen Qualität der Gastgeber lag, die zu keinem Zeitpunkt der Partie ins Hintertreffen gerieten, und zum anderen auch am gewachsenen Selbstvertrauen und damit dem Selbstverständnis der Rhein-Neckar Löwen. „Die Mannschaft hat aktuell einfach einen Lauf und das spürt man dann auch auf dem Spielfeld“, sagte Polifka.
Anschlusstreffer blieb versagt
Der hatte in der fünften Minute zur ersten Auszeit gegriffen, wollte seine Spieler nach dem 1:4-Rückstand wieder neu einnorden. Zunächst sogar mit Erfolg: In der stärksten Phase kamen die Gäste wieder auf einen Treffer heran (7:6, 11.). Mehr gelang nicht, weil die Badener ihre Chancen besser verwerteten, ruhig blieben und sich auf bis zu sechs Toren absetzten.
Daran änderte auch der Seitenwechsel nichts. Immer wieder hatten die Gastgeber Antworten auf die taktischen Varianten der Gäste. Dann kam auch noch ein wenig Pech dazu. Drei Minuten vor Ende hätte Marc-Robin Eisel der Partie noch einmal eine andere Richtung geben und auf 34:32 verkürzen können. Er traf nicht und im Gegenzug machte Matthis Blum mit dem 35:31 praktisch alles klar. „Das war ernüchternd, weil wir nie das umsetzen konnten, was wir uns vorgenommen hatten“, bilanzierte Polifka. Ein wirklicher Beinbruch sei die Niederlage aber nicht. „Das ist keine Mannschaft, an der wir uns orientieren müssen“, sagte Polifka.
So spielten sie
Rhein-Neckar Löwen II: Gierse, Berghoffer – Scholtes (1), Sebastian Trost (6), Maximilian Trost (4) – Michalski (4), Kessler (8) – Ganshorn (4) – Krass (3), Mòré (1), Timmermeister (1), Blum (2/1), Wichmann (1), Schlafmann (2)
HSG Friesenheim-Hochdorf: Hoblaj, Schwenken (ab 16.) – Meddeb (6), Eisel (6/1), Corazolla (4) – Winkler (3), Dietz (2) – Sorda (7) – Muth (1/1), Pfeil (1), Novo, Polifka, Cirac (3)
Spielfilm: 4:1 (5.), 12:8 (17.), 18:12 (26.), 19:15 Hz., 28:22 (46.), 37:33 Ende - Zeitstrafen: 2:2 – Siebenmeter: 1/1 – 3/2 – Beste Spieler: Gierse, S. Trost, Kessler – Sorda, Eisel - Zuschauer: 200 – Schiedsrichter: Gorenflo/Mangold (Gutach/Wolfach).